Wunderland für Groß und Klein

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Manja Milberg leitet das 125-jährige Traditionsunternehmen Foto: Gehm

125 Jahre Papeterie Otto F.K. Koch. Inhaberin Manja Milberg etablierte auch die „Koch-Bank“

Von Dagmar Gehm
Eppendorf
Es liegt am Ende der Straße, trotzdem schreibt das Ladengeschäft Erfolgsgeschichte. Und zwar seit nunmehr 125 Jahren. Schon morgens um halb zehn, wenn die Papeterie Otto F.K. Koch in der Eppendorfer Landstraße 104 geöffnet wird, stehen die ersten Kunden vor der Tür, um das 650 Quadratmeter große Wunderland zu entdecken, verteilt auf Unter- und Erdgeschoss. Als Haus für die ganze Familie bezeichnet Inhaberin Manja Milberg das Traditionsgeschäft. „Es fängt mit Spielzeug für Babys an, geht über Schulbedarf bis hin zu Geschenken für Erwachsene. Die meisten Kunden sind wahnsinnig überrascht, was bei uns passiert.“ Vom Schmuckstempel über das Büttenpapier, von der Käthe-Kruse-Puppe bis zum edlen Füllfederhalter - niemand verlässt den Laden, ohne etwas gekauft zu haben. Natürlich fehlt auch der klassische Bürobedarf nicht, einschließlich Kopiergerät, Spiralbindung und den selten gewordenen einzelnen Heftstreifen.
Doch der größte Luxus ist laut Milberg das 24-köpfige Team, inklusive Aushilfen und Teilzeitkräfte. Eine überproportionale Besetzung, von der die Kundschaft profitiert. Wie Heidrun Janik, die seit Jahren bei Koch kauft: „Mir gefallen Sortiment, Qualität und die persönliche Beratung. Als ehemalige Direktorin des British Council weiß ich, was guter Service bedeutet“. Persönlicher Kontakt – das Ah und Oh des Geschäfts am Ende der Straße, das auch als Treff genutzt wird. Im Sommer gern auf der grünen „Koch Bank – einer Bank für Eppendorf“, wie Manja Milberg erklärt. Im Oktober 2013 hatte die „Beute-Hamburgerin“, die 1993 in die Hansestadt kam, das kommunikative Möbelstück vor dem Geschäft aufgestellt. Ihre erste Gesprächspartnerin für den Blog auf der Homepage war Starköchin Cornelia Poletto, gefolgt von einer so großen Zahl von Eppendorfern, die einfach nur relaxen wollten, dass die Rückenlehne brach und im Frühjahr bereits die zweite Bank aufgestellt werden muss.
Dass seine Buchdruckerei sich mal zum beliebten Treffpunkt entwickeln würde, hat Heinrich Emil Paul Koch nicht geahnt, als er sie am 15. Dezember 1890 im Eppendorfer Weg 147 eröffnet, um die nahe Mädchenschule mit Schreibwaren zu versorgen. Nach mehreren Umzügen übernimmt 1926 Sohn Otto F.K. das Geschäft. Da dessen Sohn im Krieg gefallen war, übergibt er es 1958 an seine Mitarbeiterin Marlis Milberg. Die räumliche Enge führt 1980 zum Umzug in den jetzigen Standort in der Hausnummer 104, der nach der Übernahme von Schwiegertochter Manja Milberg ausgebaut wird. Zum großen Jubiläumstag am 15. Dezember, der auch als Dankeschön für die Treue ihrer rund 80 Prozent Stammkunden gedacht war, waren viele Überraschungen und eine Tombola für den guten Zweck geplant: „Der Erlös geht an das Kinderprojekt Arche.“
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