Wundern am Warnckesweg

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Zögerlicher Fortschritt am Warnckesweg: In der vergangenen Woche erfolgte der Abriss Foto: wh

Ein Abriss, eine Info-Tafel – und zwei Bauvorhaben

Groß Borstel Seit Jahren gammelte das Haus am Warnckesweg 8 vor sich hin. Nur ein halbes Jahr zuvor hatte der Asia Imbiss MOK Kitchen hier eröffnet, als dem Inhaber auch schon wieder gekündigt wurde. Kürzlich erfolgte der Abriss. Zehn Wohnungen bis zu 105 Quatratmeter, drei Penthouse-Wohnungen zu 120 Quadratmetern, dazu Aufzug, Tiefgarage und eine Ladenfläche soll ein hell geklinkerter Neubau hier bieten. So verspricht es eine große Info-Tafel. Ob das Mini-Grundstück so viel Wohnraum und freie Fläche hergibt wie auf der Visualisierung dargestellt? Zugleich springt ein in die Jahre gekommenes Versprechen ins Auge – platziert im blauen Himmel über dem Flachdach: „Fertigstellung 2015“. Wie das, wenn die Bauarbeiten noch nicht mal begonnen haben?

Andere Baustelle: Warnckesweg 26


Die auf der Info-Tafel angegebene Adresse www.warnckesweg.com führt im Netz auf eine ganz andere Baustelle: am Warnckesweg 26. Dort werden Interessenten ausführlich informiert: über Wohnungsgrundrisse und Preise, ebenso darüber, dass sechs von acht Wohnungen schon verkauft seien. Bis zum Jahresende wäre das noch eingerüstete Gebäude bezugsfertig, erklärt der dort zuständige Bauherr Arne Netzband aus Elmshorn. Mit dem Grundstück Warnckesweg 8 habe seine Firma jedoch nichts zu tun, so Netzband.
Ein Versehen, meint Immobilienkaufmann Joachim Rieper, der sich unter der auf der Info-Tafel angegebenen Telefonnummer meldet. Die Internetadresse www.warnckesweg.de sei die richtige Adresse. Die zeigt derzeit aber nur die schon bekannte Visualisierung sowie Riepers Kontaktdaten im Impressum. Wegen mehr Informationen empfiehlt der Immobilienkaufmann den Kontakt zum Architekturbüro. Freilich müsse die Info-Tafel auf einen neuen Stand gebracht werden, nach „diversen Problemen und Verzögerungen im Genehmigungsverfahren“, erklärt Architektin Gisela Rüder aus Scharbeutz für den Bauherrn, der nicht wünsche, „öffentlich in Erscheinung zu treten.“
Mehr Transparenz kommt denn auch vom Bezirksamt Nord. Erst im November 2014 sei der Bauantrag für den Warnckesweg abgeändert worden. „Nach dem derzeitigen Stand sollen hier neun Wohneinheiten, eine Tiefgarage mit 12 Stellplätzen sowie eine Ladenfläche entstehen“, erklärt Sprecherin Katja Glahn. Das Vorhaben befände sich „in der innerbehördlichen Abstimmung“. Die Angaben auf der Info-Tafel seien korrekturbedürftig. Letzten Endes tragen alle Befragten zur Aufklärung bei. Schließlich sollten die Anwohner doch erfahren, was mit der „Nachverdichtung“ ihres Stadtteils auf sie zukommt. Daher: Korrekte Information und Transparenz sind auch im Baugewerbe dringend angesagt. (wh)
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