„Ziel: die Top Ten“

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Ann Sophie lebt gern in Hamburg. Sie liebt die vielen Bars und Kneipen – und die Nähe zum Wasser Foto: Hanke

Ann Sophie über ihre Chancen beim ESC – und „Tatort“

Von Christian Hanke
Rotherbaum
Helles T-Shirt, roséfarbener Blazer, die dunklen Haare hochgesteckt. Wer die junge Frau aus Rotherbaum sieht, könnte denken, sie sei eine dieser PR- oder Werbeagentur-Mittzwanzigerinnen. Doch Ann Sophie Dürmeyer ist Sängerin und vertritt Deutschland am 23. Mai beim Eurovision Song Contest (ESC) in Wien.
Beim deutschen Vorentscheid war sie Andreas Kümmert unterlegen, der aber noch am selben Abend zurückzog. Jetzt soll es Ann Sophie mit „Black Smoke“ richten.
Wie ist der neue Ruhm? Eine neue Welt tut sich für sie auf, aber noch kann sie unerkannt über die Straße gehen. „Der Job ist intensiver geworden. Das ist schön. Aber ich kann noch an der Alster joggen, spazieren gehen oder mich mit Freunden treffen, ohne dass ich erkannt werde“, erzählt Ann Sophie dem Wochenblatt.

Mit fünf auf der Bühne


Schon als Kind wollte sie auf die Bühne. Mit zweieinhalb Jahren begann sie mit Ballettunterricht, mit fünf folgte der ersten Bühnenauftritt. Die Mutter war Ballettänzerin. Aber es waren nicht die Eltern, die sie drängten. „Ich habe früh gezeigt, dass ich auf die Bühne gehöre. Das war für alle klar, für meine Eltern, meine Freunde“, berichtet Ann Sophie. Von den Eltern gab´s dann „Unterstützung pur“. Als Teenager entschied sich Ann Sophie Sängerin zu werden. Gleich nach dem Abi düste sie nach New York, schrieb sich am renommierten Lee Strasberg Theatre and Film Institute ein und absolvierte dort eine zweijährige Gesangsausbildung. Außerdem trat sie in Musikclubs auf. „Ich habe Amerika sehr früh lieben gelernt. New York: das ist der American Dream. Es konnte nur New York sein. Ich habe dort in fast jeder freien Minute Songs geschrieben“, sagt Ann Sophie. Sind Theater und Film auch Optionen für sie? „Ja, ich hätte totalen Bock, ´mal in einem Tatort mitzumachen“, erklärt die Sängerin. Im Oktober 2013 gab sie in der Bar Bitter End in New York ihr erstes Konzert. „Ich war furchtbar aufgeregt“, erinnert sich die Sängerin. 2013 erschien auch ihr erstes Album. Pop, Soul, Jazz, Rock - von allem ist etwas dabei, immer mit Power und einer souligen Stimme. Kein Wunder. Beyonce ist Ann Sophies großes Vorbild. Ist sie ein impulsiver Mensch? Ann Sophie zögert: „Ich bin manchmal ein Hitzkopf, aber impulsiv? Nein, emotional.“ In dieser Woche erscheint Ann Sophies zweites Album „Silver Into Gold“ mit vier eigenen Songs und acht fremden, die Ann Sophie für sich ausgewählt hat. „Ich habe meinen Gesangsstil gefunden.“

Der Weg ist ihr Ziel


Hamburg ist jetzt wieder ihr Lebensmittelpunkt und das findet Ann Sophie toll. „Alles, was am Wasser liegt, mag ich sehr“. In Rotherbaum ist sie nicht weit von der Alster. Aber sie liebt auch den Nachbarstadtteil Winterhude. „Den finde ich cool! Das hat so ein bisschen was von New York. Die vielen Bars und Kneipen. Draußen ist immer was los“, Was macht sie, wenn sie sich nicht mit Musik beschäftigt? Gibt es das? Ja, die Sängerin weiß, dass man Auszeiten braucht, auch um seine Umgebung wahrzunehmen und Menschen kennenzulernen. „Menschen kommen nicht umsonst auf einen zu“, ist sie sich sicher. Sie geht gern ins Kino, liest, liebt es mit ihren Hund Ella spazieren zu gehen und lernt gerade Französisch. Wie sieht sie ihre Chancen? Ann Sophie: „Es wäre schön unter den ersten zehn zu landen. Jedoch liegt das nicht in meiner Hand. Also versuche ich mir so wenig Gedanken wie möglich zu machen. Der Weg ist das Ziel.“

Info:
Der 60. ESC findet – nach 1967 zum zweiten Mal – in Wien statt. Der Wettbewerb vom 19. bis 23. Mai steht unter dem Motto „Building bridges“. Mit dabei sind 40 Länder.
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