Ziel: Gesundes Gewicht

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Das Team der Ochsenzoller Station gegen Essstörungen: Diplom-Psychologin Silka Hagena (v.l.) sowie die verhaltenstherapeutisch geschulten Krankenschwestern Mandy Sandersen und Manuela Grimmeiss Foto: Hübsch

Behörden-Kampagne gegen Ess-Störungen. Neue Therapie

Von Daniela Maria Hübsch
Hamburg. Für Gesunde ist kaum vorstellbar, wenn ein an Magersucht Erkrankter beim Blick in den Spiegel anstelle seiner herausstehenden Knochen Rundungen und Panik verursachende Fettpolster sieht. Zum Thema Essstörungen gibt es in der Öffentlichkeit noch viele Tabus. Um das zu ändern, läuft seit kurzem die von der Behörde für Gesundheit und Verbraucher-schutz (BGV) ins Leben gerufene Kampagne „Nur Essen im Kopf“. Mit Plakaten, Postkarten und verschiedenen Webauftritten will die BGV auf die spezialisierten Informationsmöglichkeiten und Hilfsangebote aufmerksam machen.
Bundesweit leidet etwa ein Fünftel aller Elf- bis 17-Jährigen an dieser Krankheit. Essstörungen wie die Anorexia Nervosa (Magersucht) oder Bulimie (Ess-/Brechsucht) sind schwer zu behandeln. Neue Studien zeigen, dass die Rückfallquote nach einer stationären Behandlung hoch ist.
Die Diplom-Psychologin Silka Hagena, Therapeutische Leiterin der Spezialstation für Essstörungen in der Asklepios Klinik Nord – Ochsenzoll, hat ein verhaltenstherapeutisches Konzept zur Intervallbehandlung entwickelt. Zunächst wird bei den Patienten wie bisher mit einer stationären Behandlung das Körpergewicht gesteigert und der Gesamtzustand stabilisiert. Die anschließende, vierzehntägige Belastungsprobe zu Hause hat das Ziel, das Gewicht zu halten. „Gerade in dieser Phase benötigen die Patienten besonders viel Unterstützung durch E-Mails, regelmäßige Ess-protokolle und eine ambulanten Gruppentherapie“, erklärt Silka Hagena.
In weiteren stationären, teilstationären und ambulanten Behandlungsphasen vertiefen die Patienten die erlernten Strategien, ein normales Körpergewicht zu halten. Die Ochsenzoller Spezialstation für Essstörungen verfügt über 23 Betten. Zur Stationsgründung 2011 kamen auf 20 Therapieplätze ein Patient aus dem Umkreis, alle anderen aus dem Bundesgebiet. Inzwischen hat sich der Anteil ortsansässiger Patienten vervierfacht.
Durch die engmaschige Begleitung und die Zusammenarbeit mit Hausärzten, erhöhen sich für Essgestörte die Chancen auf langfristige Gesundung. (wb)
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 23.10.2013 | 10:52  
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