Zwei neue Flüchtlingsheime

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In den ehemaligen Gewerberäumen am Holsteinischen Kamp 51 soll eine Flüchtlingsunterkunft entstehen Foto: tal

Stadt plant Unterkünfte in der Heinrich-Hertz-Straße und im Holsteinischen Kamp

Winterhude/Barmbek-Süd Sie sind aus dem Irak, aus Syrien, der Ukraine, Mazedonien, Albanien oder aus Afghanistan. Fast 200.000 Flüchtlinge sind im vorigen Jahr nach Deutschland gekommen. Auch in Hamburg steigt die Zahl stetig.
Nun sollen die Männer und Frauen aus den Krisengebieten auch in Barmbek-Süd, Grenze Winterhude ein Zuhause finden. Nachdem die Containerstadt am S-Bahnhof Friedrichsberg aufgrund der ungünstigen Lage nicht realisiert wurde und auch die Idee am Wiesendamm wegen nicht eingehaltener Brandschutzbestimmungen nicht weiter verfolgt wird, hat das Bezirksamt Nord nun zwei neue Objekte ins Auge gefasst: In der Heinrich-Hertz Straße 125, Ecke Humboldtstraße und im Holsteinischen Kamp 51. Unter der Trägerschaft von „Fördern+Wohnen“ sollen nach Umgestaltung der Immobilien Plätze für insgesamt 216 Personen entstehen. Bis zum Ende des Sommers sollen die Unterkünfte bezugsfertig sein und den Flüchtlingen ein Heim mit guter Verkehrsanbindung, einem Gemeinschaftsraum und vielem mehr bieten.
Im Mai wird der Stadtteilrat Barmbek-Süd in einer öffentliche Debatte zu dieser Thematik informieren, um den Anwohnern die Chance zu geben, Fragen zu stellen und Ängste und Bedenken auszusprechen.

Vereinzelter Widerstand und viele Befürworter


Ein Zeitpunkt, der einigen Anwohnern offenbar zu spät ist. Im Holsteinischen Kamp etwa bildet sich nach Wochenblatt-Informationen vereinzelt Widerstand gegen die Umgestaltung. Auf Flugzetteln – verteilt in den Treppenhäusern in der Nachbarschaft – wird zum Protest gegen die Umgestaltung des Holsteinischen Kamps 51 in ein Flüchtlingsheim aufgerufen. Von „Angst vor Rattenplagen durch Müllverschmutzung“ ist in diesem die Rede, aber auch von einer „Übertretung des Baurechts“. Auch eine Nachbarschaftsinitiative soll sich gebildet haben, die überlege, wie sie gegen das Vorhaben des Bezirksamts Hamburg-Nord vorgehen könne. Keine Neuheit in Hamburg. Bereits im vergangenen Jahr hatten Anwohner in Harvestehude gegen den Umbau des ehemaligen Kreiswehrersatzamts geklagt. Der Rechtsstreit läuft. Doch es gibt auch viele Einwohner in den Stadtteilen, die sich für die Flüchtlinge einsetzen: Gegenüber dem Wochenblatt spricht sich die Initiative „Welcome to Barmbek“, in der fast 100 Aktive in Barmbek und Winterhude dabei sind, für die Nutzung der Immobilien als Unterkünfte aus und grenzt sich ausdrücklich von den einzelnen Stimmen gegen die Umwandlung der Gewerbe-Immobilien ab. Die Initiative will den kommenden Flüchtlingen unterstützen: in Form von Sprachunterricht, Hausaufgabenhilfe oder der Verteilung von Lebensmitteln. (tal)
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