Betrug mit 230.000-Euro-Lamborghini?

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Das Urteil um Betrugsprozess wird am 26. Februar erwartet Symbolzeichnung: thinkstock

Angeblich gestohlener Luxus-Flitzer soll altes Schrottauto gewesen sein

Von Martin Jenssen
Winterhude
Geld genug müssten die beiden vornehm gekleideten Angeklagten, die sich derzeit vor dem Amtsgericht St. Georg verantworten müssen, eigentlich haben. „Ich besitze 14 teure Autos!“, protzt Vater Heinrich S.(62) mit seinem großen Autopark. Der Unternehmer kurvt unter anderem mit Porsche oder Ferraris durch die Gegend.
Angeklagt ist der Geschäftsmann wegen versuchten Betruges mit einem Lamborghini 140 Gallardo (560 PS; Neuwert 230.000 Euro). Sein Sohn Niels (29) soll ihm bei dem Betrug geholfen haben.
Am 19. Dezember 2013 war Niels S., der in Winterhude wohnt, auf dem Polizeirevier 33 erschienen. Dort meldete er den Diebstahl des Lamborghinis. Der Wert des Autos, das laut Tacho nur 5000 Kilometer gefahren war, wurde mit 160.000 Euro angegeben.
Niels S. erklärte den Polizeibeamten, dass er den Lamborghini am Abend zuvor am Kämmererufer abgestellt habe. Am nächsten Tag sei der teure Schlitten verschwunden gewesen. Vergeblich habe er die Umgebung abgesucht. Angeblich sollte Niels S. das Auto am 19. Dezember zur Inspektion in eine Lamborghini-Werkstatt nach Rahlstedt bringen.
Der Vater, ein Unternehmer aus Recke, einer kleinen Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, forderte seine Versicherung auf, den Schaden zu regulieren. In der Schadensmeldung gab er an, dass das Fahrzeug keine Unfallvorschäden aufweise.
Die Versicherung verweigerte jedoch eine Schadensregulierung, da ermittelt werden konnte, dass der als gestohlen gemeldete Lamborghini im September 2010 als Unfall-Totalschaden für 39.000 Euro verkauft worden war. Die Polizei fand Teile dieses Schrott-Autos auf dem Grundstück des Angeklagten. Vor dem Amtsgericht aber streitet Heinrich S. den Betrug ab. Er habe einen heilen Lamborghini regulär gekauft und in seiner Gemeinde
vorschriftsmäßig angemeldet. Die Papiere für den Erwerb des Autos – er will den Lamborghini angeblich für einen Maserati eingetauscht haben – konnte er nicht mehr vorweisen. Der Unternehmer hat wegen der vielen Autos, die in seinem Besitz sind, angeblich den Überblick verloren. Außerdem seien bei einem Einbruch in sein Haus wichtige Papiere und auch Autoschlüssel gestohlen worden. Der Prozess wird fortgesetzt. Urteil vermutlich am 26. Februar.
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