Prostituierte erpressen Freier

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Wegen Erpressung wurden zwei Prostituierte zu Freiheitsstrafen auf Bewährung verurteilt Symbolfoto: thinkstock

Schmuckhändler sprach über pädophile Fantasien

Rotherbaum/Neustadt Es war ein dreistes Stück, das sich Mutter und Tochter leisteten. Die Prostituierten Tosca K. (49) und ihr Tochter Angelique (31) erpressten ihren besten Kunden, den reichen Schmuckhändler Knut L. (73) aus Pforzheim. Immer wenn er nach Hamburg kam, bestellte er ein oder zwei Damen auf sein Hotelzimmer. Manchmal war auch Jacqueline (27) dabei, die jüngste Tochter von Tosca. Der Schmuckhändler wollte nicht einmal richtigen Sex. Ihm genügten Fantasien. Er hatte es gerne, wenn die Damen vor ihm Strumpfbänder an- und auszogen. Sehr lukrativ für die Prostituierten. Sie verdienten 500 bis 1500 Euro für zwei bis drei Stunden. Doch das reichte den Frauen nicht. So kamen sie auf die Idee mit der Erpressung – die jedoch schief ging. Deshalb mussten sich Tosca und Angelique vor dem Amtsgericht Mitte verantworten.

Mit Handy gefilmt


Am Abend des 21. Dezember 2014 hatte der Schmuckhändler Angelique und Jacqueline auf sein Zimmer im Elysee-Hotel bestellt. Auf dem Zimmer wurden Drogen konsumiert und Gespräche über die sexuellen Vorlieben des Kaufmanns geführt. In seinem Rausch plauderte er über seine Fantasien: imaginärer Sex mit minderjährigen Mädchen. Angelique machte mit ihren Handy Videoaufnahmen von diesem Gespräch. Dann rief sie ihre Mutter an. Die soll in das Hotelzimmer gestürmt sein und gerufen haben: „Jetzt habe ich dich!“ Der Schmuckhändler in seiner Zeugenaussage: „Sie verlangte 45.000 Euro, andernfalls würde sie meine Frau verständigen und das Video ins Netz stellen.“ Tosca und Angelique gaben die Erpressung zu, erklärten aber: „Wir wollten nur das Geld eintreiben, das Knut uns noch schuldete.“

„Nur Kopfkino“


Nachdem der Geschäftsmann einmal 6.000 Euro und einmal 1.500 Euro bezahlt hatte, sollte er am 19. März 2015 auf einem Parkplatz weitere 22.000 Euro an Tosca und Angelique übergeben. Das war zu viel. Knut L. informierte die Polizei. Der Schmuckhändler: „Ich schäme mich für die pädophilen Geschichten, die ich erzählt habe. Aber es war nur Kopfkino.“ Warum er erpresst wurde, konnte er nicht verstehen. Bei der Mutter war er seit seit 15 Jahren Kunde, bei der Tochter seit zehn Jahren. Seine Ehe ist durch den Erpressungsfall auseinandergegangen. Das Gericht verurteile Tosca K. und ihre Tochter Angelique zu jeweils acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. (je)
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