Vermisst: VW-Bulli mit Schildkröte

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Familie Borchert nutzte seinen Cali für wochenlange Länderreisen Richtung Süden Foto: mdt

Hamburg ist Hochburg bei Diebstahl von VW-Campern. Jetzt hat es die Familie Borchert erneut getroffen

Von Marco Dittmer
Hamburg
Der nächste Urlaub mit Cali war schon geplant. Mit ihren zwei Kindern wollten Martin und Angelika Borchert wieder an den Bodensee, Freunde besuchen, dann weiter in die Sonne nach Frankreich und Italien. Doch als Martin Borchert vor zehn Tagen um vier Uhr morgens von seinem Balkon schaut, ist Cali weg. Über Nacht wurde ihr VW T5 California, Transporter mit Campingausstattung, kurz Cali genannt, gestohlen – zum zweiten Mal.

T4- und T5-Modelle bei Dieben beliebt

Angelika Borchert hatte am Abend zuvor schon ein ungutes Gefühl. „Ich habe meinen Mann zweimal gefragt, ob er Cali auch abgeschlossen hat“, sagt die 40-jährige Barmbekerin. Doch auch die eigens gebaute und raffinierte Wegfahrsperre konnte nicht verhindern, dass der 200 PS starke VW-Bus gestohlen wurde. Die Bulli-Gemeinschaft in Hamburg ist schon seit Jahren wachsam. Die Campingversion der VW-Busse wie der T4 Caravelle oder der T5 California ist im Diebstahl-Ranking weit oben. Dabei ist die Gefahr in Großstädten besonders hoch. Denn laut des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft wurden 2015 bundesweit 341 Camping-Fahrzeuge gestohlen. „Ein durchschnittlicher Wert“, so eine Sprecherin des Verbandes. Jedoch konzentriert sich ein Großteil der Taten auf Großstädte. Nach Berlin sind in Hamburg die Diebstahlzahlen am höchsten. Martin Borchert teilte im vergangenen Jahr insgesamt fünf Bulli-Diebstähle aus der näheren Umgebung auf seiner Facebook-Seite, bevor er nun seinen eigenen Aufruf verbreitete.

Familie Borchert auf Happy End

Hoffnung macht der Familie Calis erster Diebstahlfall. Im September 2015 wurde ihr 40.000 Euro teurer Bulli schon einmal geklaut. Neun Tage später fand ihn die Polizei nahe der Technischen Universität Harburg. „Das haben wir nie vergessen. Jeden Morgen schauten wir als erstes aus dem Fenster nach Cali“, sagt Angelika Borchert. Die Polizei macht bei der Suche nur wenig Hoffnung. „Wir erfassen das Fahrzeug, damit es bei einer Kontrolle gleich erkannt wird. Für eine aktive Suche passiert aber zu viel in Hamburg“, so eine Sprecherin der Polizei. Einen neuen Bulli wird es für die Borcherts nicht geben. „Jedenfalls nicht in Hamburg“, sagt der Familienvater. Dann müssten Borcherts aber weiter weg ziehen, denn an der Stadtgrenze machen Autodiebe keinen Halt. So wurden 2014 ein Drittel aller gestohlenen Fahrzeuge in Schleswig-Holstein in den Hamburg nahen Landkreisen Stormarn und Lauenburg begangen. Frustrierend ist, dass kaum eine Sicherheitseinrichtung wirklichen Schutz vor Diebstahl bietet. Besonders leicht haben es Diebe bei am Straßenrand geparkten Fahrzeugen. Elektronische und mechanische Sperren werden meist in Windeseile überlistet. Eine eigene Garage ist laut Versicherungen noch der effektivste Diebstahlschutz, und wird häufig mit niedrigeren Prämien belohnt.
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