Ein Jahr bei Olympia

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Curling-Spieler John Jahr jr. jr., der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, ist Olympia-Teilnehmer in Sotschi Foto: Ariane Schirle/wb

Verlegerenkel John Jahr jr. ist Kapitän des Curling-Nationalteams in Sotschi

Hamburg. Am 7. Februar beginnen die Olympischen Winterspiele in Sotschi und einer aus Harvestehude ist dabei. John Jahr jr. jr. fährt als Kapitän der deutschen Curling-Mannschaft ans Schwarze Meer. Mit 48 Jahren ist er das älteste Mitglied der deutschen Delegation. Jahr, Spross der bekannten Hamburger Verlegerfamilie und Enkel des Verlagsgründers, kann auf eine „38-jährige Begeisterung“ für den Curling-Sport zurückschauen. Schon als Jugendlicher begann er die Curlingsteine über das Eis zu spielen. Zuerst in Arosa in der Schweiz, wo sein Vater einen Curlingclub gegründet hatte. „Ich habe meinem Vater von der Piste aus zugeschaut“, erzählt Jahr, der mit 18 Jahren Deutscher Juniorenmeister im Curling wurde. Es folgten fünf weitere deutsche Meistertitel. Den bislang letzten holte Jahr vor drei Wochen mit dem Curling Club Hamburg, dessen vierköpfiges Team nun für Deutschland bei den Olympischen Spielen antritt. Weil sich die Spieler eines Teams blind verstehen müssen, wird die Nationalmannschaft meistens aus Spielern einer Clubmannschaft gebildet.
In den 1970-er Jahre baute Jahrs Vater eine Curlinghalle in Hamburg. Der Club aus Arosa siedelte in die Hansestadt um. Jahr spielte weiter auf dem Eis. Bei der Bundeswehr zählte er zur Sportfördergruppe. 1987 wurde er Europameister, aber nicht mit dem Hamburger Verein, sondern mit dem Eissport-Verein Oberstdorf, für den Jahr drei Jahre lang spielte. Ende der 1990-er Jahre legte Jahr eine Wettkampfpause ein, wurde aber 2009 vom Hamburger Curling Club gebeten, wieder aufs Eis zurückzukehren. „Da hatte sich viel verändert. Ich brauchte ein halbes Jahr, um mich wieder hineinzudenken“, erinnert sich John Jahr jr. jr.. Seit fünf Jahren ist er nun wieder Curling-Spieler, hatte wesentlichen Anteil am Aufstieg des Hamburger Curling Clubs, der in Sotschi zum ersten Mal das deutsche Nationalteam stellt. Trotz eines prall gefüllten Terminkalenders. Der verheiratete Vater von drei Kindern im Alter von vier, sieben und neun, ist Mitinhaber einer Immobiliengruppe und verwaltet auch die Beteiligungen von Schwester und Mutter. „Das geht nur mit einem gut organisierten Büro“, weiß John Jahr jr. jr. Zwei Stunden trainiert er gewöhnlich auf dem Eis. Aber in der Olympiavorbereitung in den letzten Monaten kam er auf 30 bis 40 Stunden in der Woche. Wird sich dieser Einsatz in Sotschi in einer Medaille auszahlen? „Es ist schon ein großer Erfolg, dass wir uns für Olympia qualifiziert haben. Viele andere Teams bestehen aus Vollprofis. Da fehlen uns drei bis fünf Prozent gegenüber den Spitzenteams. Unser Vorteil: wir müssen uns keinen Druck machen“, so Jahr. (ch)
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