Federer will am Rothenbaum siegen

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Er ist wieder da: der viermaligen Sieger vom Rothenbaum, Roger Federer, meldete nach, ist jetzt die Nummer eins des TurniersFotos: Hoyer

Weltstar spielt mit Wildcard. Stich gewinnt Legendenmatch gegen Wilander

Harvestehude/Rotherbaum. Das erste Highlight beim Tennisturnier am Rothenbaum gehörte den Älteren, besser gesagt den Legenden des weißen Sports. Am ersten Sonntag des Turniers traten zwei der Stars von einst gegeneinander an. Und das mögen die Tennisfans. Sie strömen in Scharen, wenn die Lieblinge aus alten Zeiten noch einmal zeigen, was sie immer noch können. Und sie haben nichts verlernt. Auch Michael Stich und Mats Wilander nicht, die in diesem Jahr das Legendenmatch bestritten. Sie sind so ballsicher wie in ihren besten Zeiten, haben keinen Trick vergessen und beherrschen Slice, Volley und Return, als hätten sie gestern noch im Wimbledon-Endspiel gestanden.
Michael Stich, Direktor des Rothenbaum-Turniers, war der letzte deutsche Spieler, der dieses Turnier 1993 gewann. Er zählte zur Weltspitze, gewann 1991 den Titel in Wimbledon (gegen Boris Becker im Finale) und mit Becker 1992 olympisches Gold in Barcelona im Doppel. Der Schwede Mats Wilander gewann zwischen 1982 und 1988 sieben Einzeltitel bei Grand-Slam-Turnieren und dreimal den Davis Cup mit der schwedischen Mannschaft. Die beiden „alten Herren“ kämpften im Legendenmatch um jeden Ball, zeigten mit Endlos-Volleyballwechseln und so manchem technischen Kabinettstückchen große Tenniskunst, kleine Showeinlagen mit inbegriffen. Beide Spieler meckerten demonstrativ über knifflige Schiedsricherentscheidungen zu ihren Ungunsten. Wilander drückte einmal einem Balljungen den Schläger in die Hand. Der machte prompt den Punkt für ihn. Ein anderes Mal nahm der Schwede den kleinen Filzball mit dem Kopf, köpfte ihn allerdings ins Aus. Das Publikum johlte und juchzte vor Freude. Es kam richtig Stimmung auf. Da geriet das Ergebnis zur Nebensache. Gastgeber Stich gewann am Ende im Matchtiebreak, nachdem jeder der beiden Spieler einen Satz gewonnen hatte.
Inzwischen hat das richtige Turnier Fahrt aufgenommen. Durch die Nachmeldung von Roger Federer, dem erfolgreichsten Tenniscrack des letzten Jahrzehnts, hat das Turnier nun unverhofft einen der Weltstars, auf die die Hamburger Tennisfans in den letzten fünf Jahren verzichten mussten. Nun wird‘s schwer für Lokalmatador Tommy Haas, doch dem Turnier tut Federers Auftritt unendlich gut.
Wenn das Wetter mitspielt, könnte der Kartenverkauf noch einmal kräftig anziehen. Immerhin greifen jetzt die beiden Top-Stars, Federer und Haas ins Turniergeschehen ein. (ch)
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