Greta Blunck - die Hockey-Mutter

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Greta Blunck lebt für Hockey und Familie. Foto: Hanke

74-jährige Sportlerin trainiert die dritte Nachwuchs-Hockey-Generation

Winterhude. „Ich war faul“, sagt Greta Blunck über sich. Einen Satz, den man ihr nicht glauben mag, hat die 74-jährige Winterhuderin doch unzählige Hockeyspiele bestritten. Sie spielte 26-mal in der deutschen Nationalmannschaft und trainiert bereits die dritte Generation Hockeynachwuchs in ihrem Stammverein, dem HTHC. Werktags bringt sie den jüngsten Talenten vier Stunden lang den geschickten Umgang mit dem Krummstock bei.

„Ich habe jedes Jahr im Weihnachtsmärchen getanzt“,
Greta Blunck, Trainerin
Am Wochenende begleitet sie ihre Schützlinge zu deren Wettkämpfen und fiebert mit ihnen am Spielfeldrand mit, meckert mit den Schiedsrichtern wie ein Bundesligatrainer. Greta Blunck sagt, was sie denkt. Ihr liegt das Herz eher auf der Zunge, als dass sie es verschließt. Aber man musste sie selbst puschen, antreiben zu den starken Leistungen, die sie auf dem Hockeyfeld und daneben erzielt hat. Ihr Vater schickte die kleine Greta auf Anraten eines Bekannten zum Hockey- und Tennisspielen. Damals liebte Greta Blunck das Ballett. „Ich habe jedes Jahr im Weihnachtsmärchen getanzt“, erzählt die Hockey-Nationalspielerin. Die ältere Schwester, die später Tanzpädagogin wurde, hatte sie fürs Ballett begeistert. Greta Blunck lernte in der renommierten Tanzschule von Lola Rogge. Von ihr hat sie die gerade Körperhaltung, Disziplin und die Lust an der Bewegung. „Ich fühle Lola Rogge jeden Tag in mir“, sagt Greta Blunck noch heute. Man glaubt´s, wenn man die schlanke 74-Jährige leichtfüssig durch ihre große Winterhuder Wohnung schreiten sieht.
Doch mit elf Jahren löste Hockey das Ballett ab. Das Mannschaftsspiel mit dem Krummstock gefiel Greta Blunck besser als Tennis. „Beim Tennis muss man ja allein kämpfen, Dafür reichte meine Disziplin nicht“, erzählt die Hockey-Legende. Durch die Mitspielerinnen beim Hockey fühlte Greta Blunck sich in eine Gemeinschaft eingebunden, die an sie glaubte und anfeuerte. Ein guter Trainer, Kurt Weiss, tat ein übriges, um den Teenager zu Höchstleistungen zu bringen. „Er hat uns geprägt, auch in pädagogischen und psychologischen Dingen“, erzählt Greta Blunck, „Ich führe sein Lebenswerk weiter.“ Neun deutsche Meisterschaften hat Greta Blunck mit ihrem HTHC errungen. In den Klub fühlte sie sich genauso eingebunden wie in ihre Mannschaft. Ihr Mann, „Kuschi“, den sie in diesem Klub beim Hockeyspielen kennen lernte, wurde Präsident des HTHC und die Kinder, „Büdi“ und „Bissi“ – die Bluncks lieben Kosenamen – spielten selbstverständlich auch Hockey, wie auch Greta Bluncks drei Enkeltöchter. „In unserem Haus blieb mir nichts anderes übrig“, hat Christian „Büdi“ Blunck später gesagt. Geschadet hat es ihm nicht. Er spielte 196 mal für die deutsche Nationalmannschaft und gewann mit ihr 1992 olympisches Gold in Barcelona. Die Mannschaft, der Klub, die Familie und Freunde – für Greta Blunck vermischten sich alle diese Gruppen zu einer großen Gemeinschaft, in der sie sich bis heute wohl und geborgen fühlt.
Alles das spielte sich in Winterhude ab. Aufgewachsen in der Isestraße, einen Steinwurf von Winterhude entfernt, zog Greta dann mit ihrem Mann in das Haus von dessen Eltern. Die Wohnung avancierte zeitweise zum Hamburger Hockey-Mittelpunkt. Internationale Stars gaben sich die Klinke in die Hand. „Hier an diesem Tisch haben die pakistanischen Nationalspieler Shabaz und Tahir und viele andere gesessen“, erzählt sie. Nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn und den Kinderpausen arbeitete sie ab 1974 als Trainerin, zeitweise auch beim „Der Club an der Alster“. Da hat sie auch Oskar Deecke, einen der Goldmedaillengewinner der Olympischen Spielen in London in jungen Jahren mit dem Hockeyspiel vertraut gemacht. Ein bisschen hat Greta Blunck ihr Engagement inzwischen aber doch eingeschränkt. Sie trainiert nur noch die unter Zehnjährigen. Und beschäftigt sich nun auch mit dem Klavierspielen und mit der französischen Sprache. Außerdem reist sie viel und trifft zu gern Freunde und Bekannte auf der Straße: „Ich brauche Menschen um mich“. (ch)
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