Student auf Wellen

Anzeige
Alex Tesch von der Hamburger Uni verteidigt im Maiseinen Titel als Deutscher Hochschulmeister im Wellenreiten Foto: privat

Alex Tesch will wieder Hochschulmeister werden

Rotherbaum Alexander Tesch liebt die Wellen, aber in einer ganz besonderen Dosierung, nicht zu schwach und nicht zu stark. Wellen als Ausläufer eines Tiefdruckgebiets zum Beispiel. „Da bleibt es schön“, erzählt Alexander Tesch, von seine Freunden Alex gerufen. Alex Tesch (25) ist Wellenreiter, derzeit einer der Besten dieser Zunft in Deutschland. Vom 23. bis 30. Mai wird er seinen Titel als Deutscher Hochschulmeister für die Uni Hamburg im französischen Seignosse verteidigen. Deutscher Meister war er auch schon – 2011. Da war er der erste Meister seit 14 Jahren, der auch in Deutschland lebt. „Die besten deutschen Wellenreiter leben im Ausland, wo sie viel bessere Trainingsbedingungen vorfinden als in Deutschland“, erläutert Alex Tesch.

In Hamburg den Wellen näher


Wellenreiten ist übrigens dasselbe wie Surfen. Man hat den deutschen Begriff erfunden, um die Surfer von den Windsurfern zu unterscheiden. „Das wurde oft durcheinander gebracht“, erläutert der Hochschulmeister. Die Begeisterung für Wellen und die Bretter, die für ihn die Welt bedeuten, reifte in München und in Frankreich. Tesch ist Münchner, nicht gerade ein guter Ort fürs Wellenreiten. Doch Teschs Vater, ein begeisterter Windsurfer, und ein Großonkel in Marseille weckten das Interesse. „Ich fand es toll und wollte es unbedingt machen“, erzählt Alex Tesch über seine erste Erfahrung mit dem Wellenreiten. Mit 15 Jahren gab er all´ sein Geld für Surfbrett und Neoprenanzug aus. Die Eltern unterstützten ihn, richteten sogar ihren Urlaub an der Surfbegeisterung des Sohnes aus. „Es ging immer an die französische Atlantikküste“, erzählt Alex Tesch. Jetzt ist Tesch den Wellen näher. Auch deshalb studiert er in Hamburg. Er trainiert meistens an der Nordwestküste Dänemarks. Die Ostsee ist ihm zu lau. „Hier im Norden braucht man Sturm“, erläutert der Wellenreitermeister. Neben den Hochschulmeisterschaften wird Tesch in diesem Jahr auch an seiner dritten Europameisterschaft teilnehmen. In Deutschland ist Tesch einer der Besten, aktuell Platz 2 in der Open-Men-Rangliste, aber um ein ganz Großer zu werden und mit diesem Sport Geld zu verdienen, bräuchte er mehr Zeit. Noch weiß er nicht, ob er sich ganz dem Wellenreiten widmen oder einen „normalen“ Beruf ergreifen wird. Im Sommer wird er sein Studium der Betriebswirtschaft beenden. Er arbeitet schon in einer IT-Firma. Vielleicht wird Alex Tesch auch wegen einiger Verletzungen kürzer treten müssen. Zwei Schulter OP´s hat er schon hinter sich. Vielleicht entscheidet also der körperliche Verschleiß über die weitere Surf-Laufbahn. (ch)

In dieser Woche kann man Tesch mit einigen anderen Surfern auf der Leinwand bewundern. Ein surfbegeisterter Filmproduzent hat den Film Headache über die Wellenreiter gedreht, zu sehen am Freitag, 24. April um 22.30 Uhr im Zeise Kino in Ottensen, Friedensallee 7-9.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige