Feiern am Traberweg

Wann? 09.06.2017

Wo? Traberweg 32, Traberweg 32, 22159 Hamburg DE
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Heiko Erdmann, Barbara Challier und Susanne Milenz haben die Kräuter für das Urban Gardening schon besorgt, jetzt warten sie auf Nachbarn, die mitmachen wollen Foto: Grell
Hamburg: Traberweg 32 |

20 Jahre Betreutes Wohnen. Nachbarn nicht nur zum Fest eingeladen

Trabrennbahn Die Einrichtung Betreutes Wohnen am Traberweg wird zwanzig Jahre alt. Mit einem Fest für die ganze Nachbarschaft soll dieses Jubiläum jetzt gefeiert werden. Die Einrichtung lädt alle, die das Haus einmal näher kennenlernen möchten, an diesem Tag ein. Es gibt hausgemachte Musik der Band „Zero Quäl“, die Ausschnitte aus ihrem neuen Programm vorstellt, eine Präsentation der Theatergruppe „Chaos Factory“, die mit „Hinnak und Kuddel“ norddeutsche Sketche zeigen will und natürlich jederzeit die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. „Alles begann bereits im Sommer 1997, als auf dem Gelände der alten Hunderennbahn Farmsen über 200 Wohnungen gebaut wurden“, erinnert Gabriele Marquardt an die Anfänge des Hauses. „Dass die Baugenossenschaft in ihren Planungen auch ein Wohn- und Begegnungsangebot für psychisch erkrankte Menschen berücksichtigt hatte, entsprach ihrem sozialpolitischen Selbstverständnis als gemeinnützige Baugenossenschaft“, vermutet Marquardt. Mit der Einrichtung eines betreuten Wohnens sei damals ganz bewusst ein Personenkreis in einem Neubaugebiet angesiedelt worden, der viele Jahre lang in Heimen, weitab vom normalen Leben, abgeschoben worden war.

Wohnhaus für 20 Menschen


Heute haben 20 Menschen eine Heimat in den ambulant betreuten Wohngemeinschaften und in der angeschlossenen Begegnungsstätte im Traberweg gefunden. Für Menschen mit psychischem Handycap, die im Stadtteil in eigenen Wohnungen leben, steht die Begegnungsstätte ebenfalls offen und bietet die Möglichkeit, Kontakte zu anderen Betroffenen zu knüpfen, am gemeinsamen Mittagstisch teilzunehmen oder bei Gruppen- und Freizeitangeboten mitzumachen. Seit zwei Jahren ist die Begegnungsstätte auch für die Nachbarschaft geöffnet. Seitdem kann jeder aus dem Umfeld zum Mittagstisch kommen oder Angebote wie das gemeinsame Nähen unter Anleitung einer Schneidermeisterin, Tischtennisspielen oder die Theatergruppe nutzen. Um noch mehr Kontakt zum gemeinsamen Wohngebiet zu fördern soll jetzt zusammen gegärtnert werden. Für das Urban Gardening wurden die passenden Kräuter bereits gekauft und beim Jubiläumsfest kann sich dann jeder melden, der sich am Pflanzen und Pflegen der Hochbeete beteiligen will.

Vorurteile hinterfragen


„Hinter der Öffnung des Betreuten Wohnens steckt der Wunsch nach einem Miteinander im Stadtteil“, so Heiko Erdmann von fördern und Wohnen. Vorurteile können dann überprüft und Intoleranz abgebaut werden. „Denn das sind Faktoren, unter denen die erkrankten Menschen mindestens genauso leiden wie unter ihrer Erkrankung“, weiß Gabriele Marquardt. Sie hofft deshalb auf viele Besucher beim 20-jährigen Jubiläum und auch darüber hinaus auf eine schöne gemeinsame Zeit. (kg)

20 Jahre Betreutes Wohnen: 9. Juni, 13 bis 18 Uhr, Traberweg 32, Eintritt kostenlos
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