Gartenstadt: Stau macht Anwohnern Angst

Anzeige
Täglicher Rückstau: vor der Berner Brücke treffen fünf Hauptstraßen aufeinander. Radfahrer benutzen lieber den unbefestigten Fußweg als die Straße Foto: tel
Hamburg: Melkweg |

Wohnstraßen wie Hohenberne, Saselheider Straße oder Saseler Straße leiden unter Pkw-Lawine. Polizei zählt noch einmal

Von Michael Hertel
Berne
Nach dem tödlichen Unfall vom 18. Januar in der Straße Beim Farenland (das Wochenblatt berichtete) kommt die Verkehrssituation in der Berner Gartenstadt jetzt erneut auf den Prüfstand. Anwohner Werner Göricke (71) aus der Saseler Straße schilderte den Mitgliedern des Regionalausschusses die Situation und machte einen konkreten Verbesserungsvorschlag. „Der Verkehr wird jedes Jahr schlimmer. Sobald sich die Autos im Farenland vor der großen Kreuzung an der Berner Brücke stauen, fließt der Verkehr durch die kleinen Tempo-30-Wohnstraßen.“

Autofahrer nutzen Schleichwege

Demnach sind nicht nur Fußgänger und Radler betroffen, die die vielbefahrene Straße Beim Farenland benutzen oder queren wollen. Wohnstraßen wie Hohenberne, Saselheider Straße, Saseler Straße, Nektarweg, De Beern, Saselheider Weg und der kleine Melkweg fungieren als beliebte Schleichwege. Eine Überquerungshilfe Beim Farenland war nach Verkehrszählungen durch die Polizei mit der Begründung abgelehnt worden, die Zahl der Fußgänger sei dort verschwindend gering. „Es gibt hier keine Überquerungsmöglichkeiten auf einem Kilometer, aber zwei Bushaltestellen – das ist ein Unding. Viele Anwohner gehen Umwege, weil sie Angst haben ,diese Straße zu überqueren“, kritisierte Anke Ehlers (Linke).

Polizei will erneut messen

Anwohner Werner Göricke schlug nun vor, die Grünphase für die Einmündung Beim Farenland zu verlängern, um die Rückstaus zu reduzieren. SPD-Mann Christoph Schütte lehnte das ab: „Alle Hamburger Ampeln hängen in einem Netz zusammen. Da kann man nicht einfach eine Grünphase verlängern. Außerdem würde das nur an anderer Stelle zu Staus führen.“ Polizeihauptkommissar Dirk Meyer (PK 38) sicherte dem Ausschuss zu, mit Hilfe eines Verkehrsstatistikgerätes (VSG) noch einmal die Situation in den Wohnstraßen genau zu erfassen. Allerdings, so Meyer zum Wochenblatt, verfüge die Polizei im gesamten Bezirk Wandsbek lediglich über eines dieser rund 2000 Euro teuren Geräte. Es könne also dauern, bis Berne an die Reihe komme. Werner Görickes Fazit: „Viele Anwohner, die früher in dieser Sache aktiv waren, haben inzwischen resigniert. Ich sehe die Vertagung des Themas als Verzögerungstaktik an und bin enttäuscht.“

Lesen Sie auch: Beim Farendland: Zu wenig Fußgänger unterwegs

Lesen Sie auch: Unfallschwerpunkt Beim Farenland?

Lesen Sie auch: Trauer nach Unfall in Hamburg
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige