Wundenlecken nach dem Tornado

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Kein Durchkommen mehr am Tegelweg; in Vorgärten, auf Fußwegen und der Straße häufte sich das vom Tornado zerfetzte Grün meterhoch Fotos: tel

Wurden mehr Bäume als nötig gefällt?

Von Michael Hertel

Farmsen. Im schmalen Korridor, in dem ein Tornado gewütet hatte, prägten umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer das Stadtbild. Noch tagelang waren die Motorsägen das auffälligste Geräusch in der Gegend. Betroffen waren vor allem die Straßen Am Luisenhof, Steilshooper Allee/Haldesdorfer Straße, Neusurenland und Sandstücken. Abschnitte des Tegelwegs mussten über längere Zeit gesperrt werden, um die Beseitigung der Baumschäden zu ermöglichen. Laut Bezirksamt Wandsbek waren 80 bis 90 Straßenbäume sowie weitere rund 200 Bäume in Grünanlagen betroffen. In vorläufigen Schätzungen rechnet die Hamburger Feuerkasse mit einer Schadenshöhe von bis zu 3,5 Millionen Euro. Wundenlecken in den Teilen von Farmsen und Bramfeld, durch die am 7. Juni der Tornado gefegt war .

Rund eine Woche dauerte die Beseitigung der gröbsten Schäden. Ein Leser aus dem Bereich Haldesdorfer Straße äußerte gar den Verdacht, es würden mehr Bäume als nötig entfernt: „Es ist traurig: Bisher schaute ich ins Grüne. Inzwischen aber sehe ich statt Bäumen nur noch die nackte Autopiste.“ Dazu Lena Voß, Pressesprecherin des Bezirksamtes: „Wir haben keine Meldungen über illegale Fällungen. Fakt ist, dass gerade im Bereich der Einmündung der Haldesdorfer Straße in die Steilshooper Allee die meisten Schäden gemeldet wurden.“

Auch bei der Hamburger Feuerkasse, die nach eigenen Angaben im Bereich der Gebäudeversicherungen in Hamburg einen Anteil von rund 65 Prozent hat, hält man den Vorwurf für nicht haltbar. „Baumschäden und ihre Beseitigung sind bei uns in der erweiterten Gebäudeversicherung enthalten. Die Kunden melden den Schaden und werden aufgefordert, Schadensfotos zu machen. Bei größeren Schäden schicken wir auch einen Sachverständigen“, berichtet Dr. Christoph Prang. Der Bramfelder Tornado sei im Übrigen nicht das schwerste Naturereignis in letzter Zeit gewesen: „Im ersten Halbjahr 2015 gab es fünf schwere Stürme. Zusammen mit weiteren Großschäden kamen wir dabei auf Kosten von rund 50 Millionen Euro“, berichtet Prang.
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