Sie hat den Bogen raus

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Katharina Licht (17) aus Langenhorn im Wohnzimmer ihres Elternhauses. Hier übt sie regelmäßig zwei Stunden pro Tag auf der Geige Foto: Krause

Katharina Licht spielt im Bundesjugendorchester

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn. Die 17-jährige Langenhorner Gymnasiastin
Katharina Licht hat es geschafft. Sie ist eine von knapp 100 jungen Musikern, die im Bundesjugendorchester spielen dürfen. Anfang Januar war für Katharina die erste Arbeits-Phase. Um dieses Traumziel aller jungen deutschen Musiker zu erreichen, hat sie in den letzten Jahren wöchentlich zwei Stunden Unterricht bei dem renommierten Hamburger Geigenlehrer Michael Holm genommen. Täglich übt sie zwei Stunden mit ihrer Geige. Musik begleitet Katharina seit ihrer Geburt. Ihre Mutter spielt Querflöte, ihr Vater ist Musiklehrer, jazzt in seiner Freizeit und beherrscht gleich mehrere Instrumente. Paulina, die kleine Schwester, spielt ebenfalls Geige.
Die Arbeits-Phase im Bundesjugendorchester begann mit intensiven Proben unter Michael Sanderling. Es folgten öffentliche Konzerte in Slowenien, Italien, in Leipzig und Düsseldorf. Wie ist das, plötzlich mit den besten jungen Musikern zusammenzuspielen? „Das ist einfach der Wahnsinn“, sagt Katharina, „alle sind mit höchster Konzentration bei der Sache. Das Klangbild ist phantastisch.“

Große Begabung

Und wie ist das Miteinander? „In den Probentagen waren wir in 5-6 Bettzimmern untergebracht; auf der Tournee in Hotels mit Zweibettzimmern. Auf Anhieb haben wir uns toll verstanden, und die sechs Hamburger kannten sich sowieso schon.“ Zwei Wochen im Januar hat Katharina die Schule versäumt, im März/April drei Wochen. Das heißt für sie, jede freie Minute dazu zu verwenden, für die Schule zu lernen, denn die Klausuren müssen nachgeschrieben werden. Dennoch macht die junge Langenhornerin keinen gehetzten Eindruck. Auch wenn ihr zu sonstigen Hobbys die Zeit fehlt, ist sie so von ihrer Musik erfüllt, dass sich unter ihren Mitschülern nicht als Exot empfindet. „Am Albert Schweizer Gymnasium ist es für viele Schüler selbstverständlich zu musizieren“, sagt sie. Selbstverständlich ist für Katharina auch der Berufswunsch. Geigerin möchte sie werden. Nicht unbedingt wie ihr großes Idol Hilary Hahn ein umschwärmter Solo Star, sondern Konzertmeisterin. Im Orchester den Ton angeben und zusätzlich Schüler unterrichten. Der Anfang ist gemacht. Im Albert Schweizer Orchester ist
Katharina bereits Konzertmeisterin – zwei Schüler hat sie auch schon. Katharina weiß, was sie will und was sie kann. Das wird bestimmt auch Sir Simon Rattle, der das junge Orchester in Baden-Baden dirigiert, auffallen.
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