15.000 Pendler pro Tag

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Stefan von der Heide pendelt schon seit 25 Jahren von Norderstedt nach Hamburg Fotos: Nowatzky

Zahl wird laut HWWI jedoch in absehbarer Zeit sinken

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt. Für Artur Grandt sind 55 Minuten Fahrzeit zur Arbeit ein passender Preis für den Wohnort Norderstedt. „Alles passte. Das Haus mit 200 Quadratmetern Wohnfläche hätten wir woanders nicht kaufen können“, sagt er.
Seit einem Jahr fährt der 33-Jährige jeden Tag mit Bus, U- und S-Bahn zum Berliner Tor und ist damit einer von über 15.000 Pendlern, die täglich aus Norderstedt in die Metropole zur Arbeit fahren. 55 Minuten gelten allerdings nur, wenn alles funktioniert. Fährt Busersatzverkehr, wie im vergangenen halben Jahr häufiger, können aus der knappen Stunde schnell 90 Minuten und mehr werden.
Die Hamburger Sparkasse veröffentlichte jetzt einen aktuellen Pendler-Atlas. Danach arbeiten aus den Randgebieten Norderstedt, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen und Tangstedt 23.619 Menschen in der Hansestadt. Sie stellen damit die größte Pendlergruppe von insgesamt rund 321.000 Pendlern.

Verkehrswege entlasten

Das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut HWWI geht allerdings davon aus, dass spätestens in sechs Jahren die Zahl der Pendler zurückgehen wird. „Das Modell reiner Schlafstädte im Umland wird es dann aus verschiedenen Gründen nicht mehr geben“, so HWWI-Direktor Prof. Dr. Thomas Straubhaar. Sein Institut empfiehlt, dass ÖPNV und Fahrrad-Infrastruktur weiter ausgebaut werden, um die Verkehrswege zu entlasten. Straubhaar: „Wichtig ist, das Angebote wie Car-Sharing und Stadtrad-Systeme bereit stehen, die Alternativen bieten.“ Auch für Stefan von der Heide gehört die Zeit in der Bahn schon seit 1988 dazu. Der 46-Jährige fuhr zunächst als Student aus Hamburg-Langenhorn zur Technischen Universität Harburg. Und auch sein Arbeitsplatz im Anschluss an das Studium liegt südlich der Elbe. Trotzdem ist er mit seiner Frau Sylvia nach Norderstedt gezogen.
„Beide Eltern wohnen hier“, erklärt er. Aus diesem Grund nimmt er täglich 75 Minuten Fahrtzeit in Kauf. „Die Arbeit gefällt mir und der Wohnort auch“, sagt er.
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