60 Jahre Broder Hinrick in Hamburg

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Die Broder-Hinrick-Kirche an der Tangstedter Landstraße wurde 1954 eröffnetFotos: Krause (2) / wb
 
Bettina Rutz ist seit Pfingsten 2011 Pastorin an der Broder-Hinrick-Kirche. Jetzt, drei Jahre später, feiert sie das 60-jährige Bestehen ihrer Gemeinde

Gemeinde feiert am Pfingstmontag mit Freiluft-Gottesdienst

Hamburg. Es sind zwei Namen, die in Hamburg im Zusammenhang mit Kirche immer wieder genannt werden. Ansgar (801 – 865), erster Erzbischof von Hamburg und Johannes Bugenhagen (1485 – 1558), Freund und Weggefährte Martin Luthers. Broder Hinrick wird selten genannt. Das ist der niederdeutsche Name für Heinrich von Zütphen. Wie Luther war auch er Augustinermönch, trug dessen Lehre später nach Dithmarschen. Ein aufgehetzter Mob folterte und verbrannte den zirka 36-Jährigen in der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember 1524 auf einem Hügel nahe der Stadt Heide. Die Reformation hatte ihren ersten Märtyrer.

Bunt und bodenständig

Die 1954 errichtete, nach ihm benannte Langenhorner Kirche ist deutlich jünger als die sie umgebende Fritz-Schumacher-Siedlung, aber inzwischen untrennbar mit dem Leben der ‚Börner‘ verbunden. „Wir sind eine bunte, bodenständige Gemeinde“ so Pastorin Bettina Rutz im Gespräch mit dem WochenBlatt „die Mitarbeit und das Engagement ganz vieler Menschen trägt das Gemeindeleben. Im Fachjargon bin ich Pastorin einer ‚Beteiligungsgemeinde‘. Viele Menschen bringen sich selbstständig in die Gemeindearbeit ein. Ich bin Moderatorin und theologische Expertin, gestalte Gottesdienste und koordiniere.“ Für viele Anwohner ist „Broder Hinrick“ über die 2.500 Gemeindemitglieder hinaus Anlaufstelle. Und – „Broder Hinrick“ singt und swingt. Die Langenhorner Kinderchöre treffen sich unter der Leitung von Julia Götting dort. Prägend für die Gottesdienstgestaltung sind auch der Gospelchor und die Kantorei. Pastor Rainer Aue ist mit einer „viertel Stelle“ mit für die Jugendarbeit an der Tangstedter Landstraße zuständig. Gemeinsam mit Jugendlichen feiert er regelmäßig „Source-Jugendgottesdienste“.
Gärten prägen das Bild der Fritz-Schumacher-Siedlung und der angrenzenden Neubauten. Als besonders schönen Garten empfindet Bettina Rutz auch ihre Gemeinde. Hier kann und darf eine bunte Vielfalt wachsen – hier sollen und dürfen viele ihre Erfahrungen einbringen und mitarbeiten. In diesen Garten gehören junges Gemüse und alte Eichen. Hier darf mit der Taufe der Anfang gewagt werden und bei der Trauerfeier in der Kirche – auch mit Sarg oder Urne – der Verstorbene in die Hände Gottes zurückgegeben werden. Bettina Rutz liebt diesen Garten. Sie freut sich darüber, wie offen ihr die Menschen in Langenhorn begegnen. Sie alle sind eingeladen, den 60. „Geburtstag“ ihrer Kirche mitzufeiern. „Mit 60 Jahren weiß man um seine Stärken und um seine Schwächen. Was gibt es Schöneres, als die Stärken groß zu machen und barmherzig mit den Schwächen umzugehen?“ resümiert Pastorin Rutz zu diesem „unrunden“ Gemeinde-Jubiläum. Nach dem festlichen, von Gospelchor, Kantorei und Langenhorner Gesangverein mitgestalteten Gottesdienst mit Propst Dr. Johann Hinrich Claussen auf der Wiese vor der Kirche wird Gelegenheit sein, über das Gemeindeleben ins Gespräch zu kommen. Angesagt haben sich auch Pastoren der vergangenen Jahre. (fjk)

Pfingstmontag, 9. Juni, 11 Uhr Frischluft-Festgottesdienst in der ev.-luth. Kirchengemeinde Broder Hinrick, Tangstedter Landstraße 220
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