Augenweide oder ödes Grasland?

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Bis zu den Knien im Wildwuchs: Beim ersten Rosenbeet-Pflegetag diese Jahres trafen sich acht Erwachsene samt Kindern zum freiwilligen Arbeitseinsatz. Sie würden sich über weitere Mitmacher freuen. Fotos: Biehl
 
Immer weg mit dem Laub: Lasse (8) kippt die Schubkarre wie ein Großer.

Siedlergemeinschaft pflegt städtisches Rosenbeet – dringend Mitmacher gesucht

Von Bert C. Biehl
Langenhorn. Wenn die Blütezeit gekommen ist, erfreuen sich die Langenhorner an dem schönen Anblick: Das Rosenbeet an der Straße Immenhöven ist dann eine Augenweide. Doch die ist in Gefahr, in ödes Grasland verwandelt zu werden. Zumindest dann, wenn sich nicht Bürger zusammenfinden, die das Beet pflegen. Momentan gibt es ein Häuflein Aufrechter, das sich aus Mitgliedern der Fritz-Schumacher-Siedlergemeinschaft rekrutiert und immer wieder zur Harke greift.
„Doch es sind zu wenige“, bedauert Kira Jensen. Sie ist zweite Vorsitzende der Siedlergemeinschaft und sucht dringend weitere Mitmacher, die dann und wann ein wenig Zeit opfern und am Rondeel Unkraut zupfen helfen. Gelinge das nicht, müssten auch die Siedler aufstecken: „Dann müssen wir das Beet an die Stadt zurückgeben – dann wird es Rasenfläche“, so Jensen.
Die Patenschaft der Siedler für das Rosenbeet ist eine Folge der grundlegenden Umgestaltung des Grünzuges zwischen der Nord- und der Südfahrbahn „Immenhöven“, die das Bezirksamt im Frühjahr 2009 hatte durchführen lassen. Damals war nach Plänen aus den 30er-Jahren die Bepflanzung und die Wegeführung erneuert und ergänzt worden. Das Rosenbeet war nach Ende der Erstpflege durch eine Fachfirma im den Siedlern anvertraut worden. „Die Stadt hat kein Geld für die weitere Pflege“, sagt Kira Jensen. Leider sei das extra neu eingebaute Erdreich stark von Unkrautsamen durchsetzt: „Im vergangenen Jahr sind wir hier schier verzweifelt“, erinnert sich die gelernte Gartenarchitektin.
Doch es gilt nicht nur zu jäten, sondern die Rosen müssen auch fachgerecht zurückgeschnitten werden. Seit dem vergangenen Jahr treffen sich Mitglieder des Gartenausschusses und einige engagierte Helfer monatlich zu Arbeitseinsätzen – „mal kommen vier, mal acht, aber ich stand auch schon ganz alleine hier“, berichtet Kira Jensen. Das Beet hat einen Durchmesser von rund 15 Metern. Das Problem: Schaffen die bisherigen Freiwilligen die Arbeit nicht mehr, soll das Beet an die Stadt zurückgegeben werden, die dann dort Rasen säen würde – der schöne Anblick blühender Rosen wäre Vergangenheit.
So weit wollen es die Siedler aber nicht kommen lassen. Erst einmal werden weitere Helfer gesucht. Die Arbeitseinsätze sind jeweils an einem Samstagvormittag zwischen 9 und 12 Uhr. „Schön wäre es, wenn Interessierte einfach vorbeischauen würden, und sei es auch nur für 20 Minuten. So könnte sich die viele Arbeit auf viele Hände verteilen“, wirbt Jensen. Die nächsten Termine sind: 19. Mai, 18. August, 29. September und 10. November. „Im Sommer beauftragen wir eine Fachfirma zur Unterstützung“, sagt Jensen. Das aber ist teuer – die Kosten trägt bisher der Gartenausschuss. „Vielleicht findet sich ja auch ein Sponsor“, hofft die Mutter zweier Kinder, die seit acht Jahren in der Siedlung wohnt und seit drei Jahren Vize-Vorsitzende ist.
Kinder dürfen übrigens gerne zum Jäten mitgebracht werden: Am vorvergangenen Sonnabend waren es gleich vier, die den acht Erwachsenen nach Leibeskräften zur Hand gingen. Weitere Infos gibt Kira Jensen unter Tel.: 36 16 51 68. (bcb)
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