Bewegung im Quartier

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Ein Trainer (r.) zeigt, wie eine Installation von Steinquadern für Stretching-Übungen genutzt werden kann. Foto: Martin Legge/pi

Wohngebiet Essener Straße wird zum öffentlichen Fitnessraum

Von Bert C. Biehl
Langenhorn. Ein eiserner Zaun als Stretching-Hilfe, Verkehrspoller oder Bänke als Beinmuskel-Dehnungsobjekte oder vielleicht eine Treppe als Step-Aerobic-Anlage – man könnte die profanen Accessoires einer Wohnsiedlung auch als Sportgeräte interpretieren. Mit solch witzigen Ideen will jetzt das für die Quartiersentwicklung zuständige Team die Menschen in der Siedlung in Bewegung bringen. Dabei sollen zwei große Aktionen helfen, die jeweils einen eigenen Charakter haben und doch im Grunde dasselbe Ziel verfolgen. Am Mittwoch, 11. April, gibt es einen „Mittagsspaziergang“, und am Sonntag, 15. April, wird der „Aktiv-Platz“ eröffnet.
Bei den Aktionen kann jeder mitmachen, und er muss auch nicht im Gebiet Essener Straße wohnen. Aber die Zielgruppen sind diesmal ausdrücklich die der älteren Erwachsenen und der Senioren. Und das hat seinen Grund: „Für Kinder gibt es Spielplätze und für Jugendliche werden Bolzplätze und in der Essener Straße sogar Freizeitsportanlagen gebaut. Was aber können die Erwachsenen, die Eltern und Senioren im Quartier nutzen, wenn sie sich fit halten oder einfach nur mal draußen etwas bewegen wollen? Das Bewegungsbedürfnis dieser Generationen wurde bisher in Planungen öffentlicher und privater Außenräume in der Stadt viel zu wenig beachtet“, bemerkte Quartiersmanagerin Rixa Gohde-Ahrens, als Ende vergangenen Jahres mit den Planungen zum Projekt „Raus aus’m Haus“ begonnen wurde.
Diese Situation soll sich nun ändern. In den nächsten zwei Jahren sollen im Quartier Essener Straße neue Möglichkeiten entstehen, die auch für die älteren Generationen einen Anreiz zur Bewegung, Gesundheit und Aktion bieten. Das Projekt „Raus aus´m Haus“ ist der Teil der Maßnahme „Langenhorn in Bewegung“. Der große Auftakt ist die Aktion „Aktivplatz“ am Sonntag, 15. April, von 12 bis 16 Uhr auf dem Gelände der Kita Dortmunder Straße 44. Dort dürfen die Erwachsenen nach Herzenslust die Spielgeräte der Kinder benutzen. Dazu sind zirka acht Trainer vor Ort, die die Interessierten anleiten. Sportwissenschaftler Martin Legge hat die Aktion vorbereitet: „Diesen Ort können wir Erwachsenen immer dann für unsere Bewegungs-Aktivitäten nutzen, wenn die Kita selbst geschlossen ist, also in der Woche ab 18 Uhr und an den Wochenenden. Unser Dank geht an die Kita-Vereinigung, die diese Doppelnutzung ermöglicht hat.“ Betreute Trainingszeiten werde es in der Anfangsphase an zwei Terminen pro Woche geben. Dann stünden ausgebildete Anleiter aus dem Fitness- und Sportbereich zur Verfügung, die sich auf die Wünsche und Vorkenntnisse der Teilnehmer einstellten. Dieser Service sei kostenlos. Angeboten werden soll er künftig jeden Sonnabend von 15 bis 17 Uhr sowie jeden Dienstag von 18 bis19.30 Uhr. Die Mittel in Höhe von rund 80.000 Euro stammen aus diversen Fördertöpfen. Daraus werden auch einige Sportgeräte finanziert, die gegen Ende dieses Jahres im Quartier aufgestellt werden sollen – unkaputtbare Stahlkonstrukte, die extra für das Freizeit-Fitnesstraining im Stadtraum erfunden wurden.
Wer nicht mehr so beweglich ist oder vielleicht mehr Freude am Spaziergang in Gesellschaft hat, an den richtet sich die Aktion „Mittagsspaziergang“, die bereits am Mittwoch, 11. April, stattfindet. Treffpunkt ist um 12 Uhr am Stadtteilbüro Käkenflur 16h. Ungefähr eine Stunde lang sind die Teilnehmer unterwegs – „in gemächlichem Tempo und auf guten Wegen“, sagt Rainer Dommaschk vom Seniorentreff, der die Aktion gemeinsam mit Erika Woisin initiiert hat. Ein erster Termin im März, zu dem mehr als 30 Interessierte kamen, mache Mut: „Der Mittagsspaziergang soll künftig an jedem dritten Mittwoch im Monat stattfinden.“ Die Strecke sei auch für Senioren geeignet, die auf einen Rollator angewiesen sind, und Verschnaufpausen könne man nach den Wünschen der Mitmacher jederzeit einlegen. Der Clou: Nach dem Spaziergang gibt es etwas zu essen. Dann lädt das Ella-Kulturhaus die Aktiven gegen eine kleine Spende ein, am Mittagstisch für die Schulkinder teilzunehmen.
Nach und nach wolle man sich mehr und mehr leichte Spazierwege erschließen, so Dommaschk. Und das nicht nur in der Umgebung Essener Straße. „Es wäre schön, wenn sich solche Spazier-Aktionen überall in Langenhorn gründen würden. Mein Know-how stelle ich dafür gerne zur Verfügung“, sagt Dommaschk. Er ist vormittags unter der Telefonnummer 514 99 545 erreichbar, ansonsten per Mail: RainerDommaschk@aol.com.
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