Coole Tipps gegen lästige Schnecken in Hamburg

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Was der Wandsbeker Experte empfiehlt und ob es 2014 eine Weichtier-Plage geben wird

Von Matthias Rebaschus
Hamburg. Palmen, Blumenbeete, Seerosen, gemütliche Bänke, Rasen und am Eingang eine wunderschöne Trauerbuche: der Botanische Sondergarten Wandsbek ist eine Oase, die relativ frei von ungeliebten Schnecken ist. Hier ist einfach zuviel los für die Bauchfüßer: 22 ehrenamtliche Helfer befreien regelmäßig das Grün von den schleimigen Schädlingen. Schneckenexperte Biologe Eberhard Baur (69) erklärt: „Schnecken mögen keine Unruhe.“
Ein kleines Seminar im Sondergarten unter dem Motto „Was tun bei Schneckenplagen?“ fand jetzt Zuspruch bei rund 30 Interessierten. Das Wochenblatt fasst die Tipps vom Experten zusammen, der übrigens von einem „durchschnittlichen“ Schneckenjahr spricht.

Weg mit der Schere!

Baur warnt vor einer häufig üblichen Methode: „Bloss nicht die Schnecken mit der Schere durch einen Schnitt töten und liegen lassen! Das lockt nur ihre Artgenossen an. Schnecken sind Kannibalen.“ Auch Bierfallen hätten einen unerwünschten Effekt: „Mit dem Duft werden Schnecken aus der ganzen Umgebung angelockt.“
Eberhard Baur empfiehlt leicht zusammensteckbare Mini-Zäune: So hat der Zinkblechzaun eine konstruierte Kante, über Schnecken nicht kriechen können. „Zehn Meter davon kosten 60 Euro“, sagt er. Halb soviel kostet ein Mini-Elektrozaun. Besonders wirkungsvoll sei jedoch ein geflochtenes Kupferband, das rund zehn Euro für zehn Meter kostet.
Am besten vorsorgen
Schnecken mögen es nicht nur ruhig, sondern auch feucht. Um die Tierchen fernzuhalten, sollte der Rasen kurz gehalten und nicht ständig gegossen werden. „Lieber einmal am Tag richtig gießen, so dass das Wasser tief eindringt. Dann entwickeln sich auch die Wurzeln besser“, so Baur. Wer häufig und gering wässert, laufe Gefahr, dass die Feuchtigkeit an der Oberfläche bleibt, die Wurzeln flach austreiben und sich Schnecken wohl fühlen.
Für die richtige Erst-Beseitigung einer Schneckenplage empfiehlt sich Eisen-III-Posphat („Schneckenkorn“). Es tötet die ungebetenen Gäste. „Es ist auch ein Stoff, der sich nicht negativ auf die Natur auswirkt, er ist dort ja auch vorhanden.“ Eisen-III-Phoshat sei auch für andere Tiere, die Schnecken fressen, ungefährlich.
Noch besser sei es, die Schnecken einzusammeln, am besten mit Gummihandschuhen oder einer langen Pinzette. Und dann? Man sammelt die Schecken in einer Plastiktüte und tötet sie im Tiefkühlfach. Tiefkühlfach? Ja! Schnecken sind wechselwarme Tiere, die bei sinkenden Temperaturen ihre Körperfunktionen verlangsamen. Um möglichst viele Schnecken zu erwischen, am besten ein Rhabarberblatt oder Brett über Nacht liegenlassen, am nächsten Morgen lassen sich Schnecken dort haufenweise entfernen.
Wer Bauchfüßer von ihrer faszinierenden Seite kennenlernen möchte: Im Schneckenmuseum im „Haus der Natur“ bei Cismar an der Ostsee in Schleswig-Holstein werden auch seltene Exemplare gezeigt, die durchaus schützenswert sind.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 27.05.2014 | 17:45  
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