Ein Haus für alle

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Jung und Alt zusammen in einem Inklusionsprojekt - das verbindet diese Baugruppe. Auch hier werden in zwei Wohnungen Menschen mit Behinderungen eine neue Heimat findenFoto Nowatzky

Besondere Baugemeinschaft feiert Richtfest in Langenhorn

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn Martin Korff ist begeistert. Seine neue Wohnung entsteht in Langenhorn auf dem ehemaligen Gelände des Krankenhauses Ochsenzoll. Das Haus, in dem Martin Korff zukünftig leben möchte, steht direkt an der Straße, neben zwölf Wohnungen für Menschen mit geistiger Behinderung oder Lernschwierigkeiten entstehen auch Gemeinschaftsräume für gemeinsame Aktivitäten. Korffs neue Heimat steht jedoch nicht allein da, denn das Haus ist nur eines von vieren, das die „Wohnungsgenossenschaft von 1904“ im sogenannten Waldquartier für eine ganz vielschichtige Baugemeinschaft erreichtet. Vier Gruppen haben sich über die Stattbau Hamburg zusammengefunden. Ein Haus entsteht für das „Frauenquartier“, eines für „Jung und Alt“, eines für „Ü50“ und eben eines für Insel e.V., ein Verein, der Menschen mit Behinderungen und Entwicklungsstörungen unterstützt.„Wir bauen zum ersten Mal für eine Baugemeinschaft. Und dann gleich für vier Gruppen, das war eine echte Herausforderung“, berichtete „1904“-Vorstandsmitglied Monika Böhm beim Richtfest. Die Genossenschaft baut und vermietet auch die Wohnungen, die Baugemeinschaft hat aber immer ein Vorschlagsrecht. Tatsächlich sind die meisten der 57 freien und geförderten Wohnungen bereits fest vergeben. Für die Wohnungen von Insel werden noch Anmeldungen angenommen.

Schauen, wer ‘reinpasst

David Feiler, Bereichsleiter ambulante Dienste des Vereins: „Wir werden am Ende schauen, wer da gut reinpasst. Das ambulante Wohnen sollte jedem Menschen ermöglicht werden.“ In den anderen Häusern sind jeweils zwei Wohnungen frei. Die Ü-50-Gruppe sucht noch möglichst männliche Mitbewohner für eine freifinanzierte und eine geförderte Wohnung, im Jung und Alt-Haus sind noch Familienwohnungen frei und auch im Frauenhaus gibt es noch zwei geförderte Wohnungen für Frauen oder Frauen mit Kindern.
Seit mehr als zwei Jahren haben sich die vier Gruppen zusammengefunden. Die Motivation für den Gemeinschaftsbau sind ähnlich: „Wir wollten nicht allein alt werden“, sagt etwa Ingeborg Ebbesen, die im Ü-50-Haus eine Wohnung beziehen wird. Anke Petersen, die im Frauenquartier schon ihre Wohnung ausgesucht hat, will mit diesem Wohnmodell etwas gegen die Vereinzelung unternehmen. Sie ist im Vorstand der Baugemeinschaft und empfindet schon jetzt das Kennenlernen ihrer neuen Mitbewohner als Bereicherung. Dabei mussten die unterschiedlichen Gruppen sich annähern. „Das Ringen um Kompromisse prägt unsere Gemeinschaft“, erzählt Birgit Mischke von Jung und Alt. Und für Martin Korff geht so ein Traum in Erfüllung: „Ich möchte alleine wohnen und trotzdem weiterhin intensive Betreuung haben! Außerdem kann mein Kater raus, wenn ich eine Wohnung mit Terrasse bekomme! Meine Selbstständigkeit kann dort mehr gefördert werden, da ich weiter weg von meinen Eltern wohne!“

Informationen und Anmeldung im Internet unter 1904
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