Ein Mann und seine Bienen

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Mit seinem NASA-Schutzanzug und dem Holzkasten voller außerirdischer Utensilien wirkt der Schauspieler aus St. Georg wie von einer anderen Galaxie. Foto: kg

Benjamin Utzerath - ein Imker mitten in St. Georg

St. Georg. Benjamin Utzerath hat im Leben schon die unterschiedlichsten Rollen angenommen. War Ehemann, mal Kommissar, mal die Stimme eines Hörspiels für Kinder, hat in Paris gespielt, in Hamburg und auch in Lüneburg. Seine neuste Rolle hat er in St. Georg angenommen und die zeigt ihn in einem weißen Schutzanzug mit NASA Schild, einem Holzkasten voller außerirdisch wirkender Gerätschaften und einem Netz vor den Augen. Hier in St. Georg, wo Schauspieler Benjamin Utzerath auch direkt in der Szene wohnt, ist er zum Imker geworden. Auf diese neue Leidenschaft in seinem Leben kam er anfangs durch das Radio. Ein Bericht erzählte von Bienenvölkern, die man auch ganz einfach mitten in der Stadt halten könne. „Kein Problem“ sagen dazu die Berliner mit ihrer Aktion „Berlin summt“, doch in Hamburg sollte sich das etwas schwieriger gestalten. Benjamin Utzerath kaufte sich ein Bienenvolk für 80 Euro, „War außerhalb der Saison“, kommentiert der den relativ günstigen Preis“, und suchte nun nach einem geeigneten Ort für seine Bienenkästen. Dächer von Bürohäusern, die Gärten von Kitas oder Schulen oder vielleicht sogar Privatleute, die sich für Bienen interessieren könnten zeigten keinen Geschmack an den Tieren und wollten die Bienen nicht bei sich haben. Am Ende fand der Imker aus St. Georg den Kulturladen in der Alexanderstraße, wo er auch selber Schauspielunterricht gibt, der ihm eine Ecke des Gartens für sein Volk zur Verfügung stellte. Zwei kleine übereinander getürmte Kisten befinden sich nun am äußersten Rand des Rasens kurz vor dem Zaun und „gestochen wurde hier erst ein einziges Mal jemand“, so Benjamin Utzerath. Doch das hätte natürlich auch überall sonst passieren können. Um seinem Volk samt Königin auch gerecht zu werden, dafür hat der Hobby-Imker Kurse belegt, sich Filme über Bienen im Internet angesehen und sich in kürzester Zeit so viel Wissen über diese berühmten Insekten angeeignet, dass er wahrscheinlich bald schon eigene Vorträge halten könnte.
Den Honig, den die St.Georg Bienen produzieren kann man sogar kaufen. Unter dem Namen des Stadtteils einschließlich des Hinweises, dass dies Honig aus der Lindenallee sei, weil die Bienen dort auch unterwegs sind, geht das Glas für ein paar Euro an alle, die Honig mit einer tollen Geschichte dahinter besitzen möchten. Wenn Benjamin Utzerath anfängt von seinen Bienen zu erzählen, dann merkt man schnell, wie verbunden er sich bereits mit dieser neuen Aufgabe fühlt. Dass die Königin der Bienen bis zu 5 Jahren überlebt und alle anderen nur eine Lebenserwartung von ein paar Wochen haben, weiß der Schauspieler, und, dass sie sich eigentlich im Leben zu Tode schuften, auch. „Sie arbeiten in der Hochsaison in Tag- und Nachtschichten“ und alle, die draußen unterwegs sind das seien schon die alten Schachteln. „Die jungen Bienen bleiben im Bau.“Bis zu 2000 Eier legt die Königin pro Tag und werde dabei von den anderen Bienen mit Futter versorgt. Benjamin Utzerath scheint einfach alles über sein Volk zu wissen und die neue Rolle als Imker von St. Georg, die steht ihm ganz ausgezeichnet. (kg)
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