Ein Ständchen für Kopitzsch in Hamburg

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Gerührt nahm Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch die musikalische Gratulation entgegen. Applaus gab es auch vom zweiten Ehrengast, Finanzsenator Peter Tschentscher (r.)Fotos: Biehl

Polizeipräsident an seinem 65. Geburtstag Ehrengast beim Neujahrsempfang

Hamburg. Das hat es in der langjährigen Geschichte des Langenhorner Neujahrsempfangs noch nicht gegeben: Gastgeber Gulfam Malik (SPD) intonierte das Lied „Happy Birthday to you“ und 300 Gäste sangen lauthals mit. Adressat der Glückwünsche war Ehrengast Wolfgang Kopitzsch: Hamburgs Polizeipräsident feierte am vergangenen Sonnabend, dem Tag des Empfangs, seinen 65. Geburtstag. Sichtlich gerührt bedankte er sich, um dann in seinem Grußwort wieder ein ernstes Thema anzuschneiden: die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei in den vergangenen Wochen. Kurz danach schon musste er den Empfang verlassen – die Demonstranten hatten keine Rücksicht auf den Jubilar genommen und für jenen Tag eine weitere Großaktion angemeldet.

Bau-Gegner protestierten

Weiterer Ehrengast war Hamburgs Finanz- und Bezirkssenator Peter Tschentscher. Er hatte – schon ein wenig wahlkampfgestimmt – bei den Themen Rückkauf der Energienetze und Wohnungsbau Verdienste für die allein regierende SPD reklamiert. Das trug ihm einen Zwischenruf und eine originelle Protestaktion ein: Gegner der Bebauung des Freibades Ohlsdorf überreichten ihm eine knallrote Badehose samt gelbem Quietsche-Entchen und der Aufschrift „Ein Bad geht baden“.

Humoriger Ausklang

Für den humorigen Ausklang der Veranstaltung sorgte der schillernde Buchautor Peter Schütt. Der 74-jährige promovierte Germanist gehörte 1968 zu den Mitbegründern der DKP, wurde aber in den 80ern aus dem Parteivorstand ausgeschlossen, nachdem er sich für Gorbatschows Reformkurs ausgesprochen hatte. Ursprünglich Lutheraner, konvertierte er später zum Katholizismus und dann zum schiitischen Islam. Schütt las nicht nur aus seinem Buch zum 100. Geburtstag des Stadtparks. Mit seiner Anekdote, wie er vergeblich versuchte, Heidi Kabel 1974 für einen Aufruf zur Unterstützung der DKP zu gewinnen, hatte Schütt seinen größten Lacher. (bcb)
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