Ein Stückchen Energiewende

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Ein Bohrbaggerführer (r.) räumte kurzfristig seinen Platz für den symbolischen Spatenstich. Von links: Bürgermeister Olaf Scholz, Frank May, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vattenfall Wärme GmbH, und Pieter Wasmuth, Generalbevollmächtigter Vattenfalls für Hamburg und Norddeutschland Foto: Röhe

Spatenstich für Bau eines Wärmespeichers am Kraftwerkstandort Tiefstack

Rothenburgsort. Wärmespeicher - das klingt kuschelig. Dahinter steckt jedoch ein ernster, energiepolitischer Ansatz. Derzeit müssten stromerzeugende Anlagen teilweise abgeschaltet werden, wenn ihr Ertrag nicht ins Netz eingespeist werden kann, Wärmespeicher ermöglichten eine zeitversetzte Nutzung, so Bürgermeister Olaf Scholz beim Spatenstich für eine neue Speicheranlage am Kraftwerkstandort Tiefstack. Da ein Spaten für eine solche Baugrube nicht reicht, setzte sich Scholz für die gute Sache sogar mit gelbem Bauarbeiterhelm in einen großen Bohrbagger. Pieter Wasmuth, Generalbevollmächtigter Vattenfalls für Hamburg und Norddeutschland, betonte zum Projektstart: „Der neue Wärmespeicher ist ein weiterer Baustein für Hamburgs Energiezukunft. Er gehört zu der Vielzahl von Maßnahmen, mit denen wir gemeinsam mit der Stadt die Energiewende in Hamburg vorantreiben.“ Mit etwa 900 Megawattstunden soll der Speicher ab 2014 über 28.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen. Damit können jährlich bis zu 40.000 Tonnen CO2 gespart werden, heißt es bei Vattenfall. Der Speicher wird an die 2009 in Betrieb genommene Gas- und Dampfturbinen-Anlage in Tiefstack angeschlossen. „Damit erfüllen wir einen ersten Teil des Investitionsprogramms, das wir mit der Stadt umsetzen“, so Frank May, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH. In dem Energiekonzept hat sich das Unternehmen verpflichtet, bis 2018 etwa 1,5 Milliarden Euro für die Energieinfrastruktur in der Metropolregion zu investieren. Schwerpunkte sind neue Speichertechnologien, der Umbau zu „intelligenten“ Netzen und ein innovatives Gesamtkonzept für die Wärmeversorgung.
Unterdessen geht der Streit um den Rückkauf der Versorgungsnetze weiter. „Nein zum Netzkauf!“ ist die Kernaussage eines Bündnisses von Kammern, Verbänden, Gewerkschaften, Steuerzahlerbund und Grundeigentümern, das sich gegen das Anliegen der Volksinitiative zum 100-prozentigen Kauf der Energienetze durch die Stadt wendet. Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer: „Mit dem vollständigen Eigentum an Kupferrohren und Kabeln wird Energie in Hamburg nicht billiger, nicht grüner und nicht sicherer. Die Volksinitiative die Hamburger in die Irre und verhindert eine schnelle Umsetzung von Projekten, die der Energiewende wirklich dienen“.
Wiebke Hansen von „Unser Netz Hamburg“ spricht sich dagegen klar für den Rückkauf der Netze aus. „Gerade was den neuen Wärmespeicher betrifft, braucht Hamburg erst einmal ein Wärmekonzept. Zudem ist die Summe von 1,5 Milliarden Euro für die neue Energieinfrastruktur Augenwischerei. Viele Investitionen müssten größtenteils sowieso erbracht werden.“ (mr)
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