Ein Traumjob für Mischi

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Mojgan Angar ist Kita-Helferin aus Leidenschaft. Nicht nur Barsam, 3, und Jan, 4, spielen gern mit ihr. Fotos: Christa Möller

Als Kita-Helferin im Einsatz

Von Christa Möller
Hummelsbüttel. Ihre berufliche Laufbahn verläuft etwas ungerade. Mojgan Angar hat bereits im Friseurbereich und anschließend noch als Kellnerin gearbeitet. Beides hat der 25-Jährigen letztendlich nicht so gut gefallen wie das, was sie jetzt macht: In der Christophorus-Kindertagesstätte in Hummelsbüttel ist sie seit einem Jahr als Kita-Helferin im Einsatz. „Ich liebe Kinder, es war mein Traum, mit Kindern zu arbeiten.“ Warum dann der Umweg? „Ich wusste vorher nicht, dass es so was gibt, das habe ich erst von einer Freundin erfahren“, sagt Mojgan Angar, die von den Kindern und ihren Kollegen liebevoll „Mischi“ genannt wird.
Dieses pädagogische Qualifizierungsangebot der Elbe-Werkstätten für Menschen mit Handicap ist noch relativ unbekannt. Träger ist der Kirchengemeindeverband evangelischer Kindertagesstätten, der einen Anteil zahlt, den Rest finanzieren die Elbe-Werkstätten, deren Angestellte Mojgan Angar ist. Für die 25-jährige Afghanin, die seit 13 Jahren mit ihrer Familie in Deutschland lebt, bietet die Stelle in der evangelischen Kita einen großen Schritt in die Selbstständigkeit. Sie besucht Fortbildungsmaßnahmen der Elbe-Werkstätten, außerdem erfolgt regelmäßig eine weitergehende Begleitung durch Sozialpädagogin Anja Neulitz von den Elbe-Werkstätten direkt in der evangelischen Kita. Dort werden insgesamt 40 Kinder von zwei bis sechs Jahren zwischen 8 und 16 Uhr in einer Gruppe betreut, darunter auch einige aus muslimischen, katholischen, buddhistischen und konfessionslosen Familien. „Zwei bis dreimal im Jahr gibt es einen Familiengottesdienst, daran nimmt auch Mischi gern teil. Wir beten hier aber nicht regelmäßig. Wir versuchen, dass Evangelium zu leben und nicht „obendrauf zu pfropfen““, erklärt Kita-Leiterin Gabriele Stelter, die von zwei Erzieherinnen und einer sozialpädagogischen Assistentin unterstützt wird. Alle haben Teilzeitstellen, auch
Mojgan Angar. Sie liest ihnen vor, bereitet das gemeinsame Frühstück, hilft beim An- und Ausziehen oder spielt mit den Kindern. „Sie ist eine begnadete Bastlerin und ganz toll macht sie auch das Wickeln. Die Kinder haben Vertrauen zu ihr.“ Sie könne die Aufsicht mit übernehmen, habe aber keine pädagogische Verantwortung, betont Gabriele Stelter. „Es ist ganz toll, dass die Elbe-Werkstätten die Begleitung dieser jungen Menschen übernehmen und mit Mischi haben wir großes Glück.“ Mischi sei eine begnadete Bastlerin. Für den Martinsumzug am 6. November erledigt die Kita-Helferin derzeit schon mal die Vorarbeiten zum Laternebasteln.
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