Eine Schildkröte auf Abwegen

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Mike Vawinger fing die Schildkröte. Auf dem Foto mit Einsatzleiter Stefan Laska

Rettungsaktion im Raakmoor: Feuerwehr und Polizei im Einsatz

Langenhorn. Mitten im Feuchtmoor auf einem dicken Ast hing eine etwa 30 Zentimeter große Schildkröte. Da die Anruferin Angst um das Tier im nahenden Winter hatte, rief sie Feuerwehr und Polizei: „Wir waren mit dem Hund hier im Raakmoor unterwegs. Das ist ja wohl nicht heimisch hier, das Tier“, sagt Corinna Knott. Ein Kamerad der alarmierten Freiwillige Feuerwehr Langenhorn-Nord versuchte, das Tier zu erreichen. Doch bevor Marcel Vewinger (25) den Stamm, auf dem das saß, erreichen konnte, sprang es ins Wasser und schwamm davon. Nachdem die Feuerwehrleute über den Naturschutzbund, die Feuerwehr-Einsatzzentrale und das Tierheim Süderstraße abgeklärt hatten, dass die Schildkröte wohl einen strengen Winter nicht überleben würde, wurden sie erneut tätig. Ein Schlauchboot der Nachbarfeuerwehr aus Fuhlsbüttel wurde angefordert. Gleichzeitig ging Marcel Vewinger noch einmal in das Feuchtmoor. Dieses Mal gemeinsam mit seinem Bruder Mike (33). Er war es dann auch, der die Schildkröte mit dem Kescher des ebenfalls eingesetzten Polizisten einfing und zum Ufer brachte. Gudrun (65) und Carlos (69) Belmar aus Langenhorn waren darüber eher traurig: „Wir haben die Schildkröte schon ganz oft gesehen. Sie sonnte sich immer auf dem Baumstamm. Wie sie da hochgekommen ist, ist uns ein Rätsel. Fast täglich haben wir sie bei unseren Spaziergängen gesehen.“ Nachdem das Tier eingefangen war, ist klar, wie sie den Baumstamm erklommen hat. An ihren großen Pranken hat sie lange Nägel, die sie wohl geschickt eingesetzt hat. Nun ist das Tier mit den auffallend orangefarbenen Flächen auf dem Weg ins Tierheim Süderstraße. Angeblich hatte sie zwar schon mehrere Jahre im Raakmoor gelebt. Doch einen strengen Winter würde sie wohl nicht überleben. Daher mussten die Feuerwehrleute eingreifen. Die Polizei muss nun eine Anzeige fertigen. Denn wer ein Tier aussetzt und billigend in Kauf nimmt, dass es sterben könnte, der begeht eine Straftat. (büh)
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