Erinnerung an Helga Pilarcyk

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Schon in ihrer Zeit als gefeierte Opernsängerin und danach war Helga Pilarczyk ihre Familie immer sehr wichtig. Das Foto zeigt sie mit ihren Enkeln Daniel und Micha (v.li.) Foto: privat

Stimme der modernen Musik

Ohlsdorf. Eigentlich wollte sie Pianistin werden. Als Opernsängerin wurde sie ‚die‘ Stimme der modernen Musikliteratur. Kaum eine Sängerin hat sich in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts so intensiv dem ‚neuen Werke‘ in Lied- und Opernliteratur gewidmet wie sie. International war sie ‚die’ Lulu und ‚die‘ Marie in den Opern von Alban Berg. An der Staatsoper in Hamburg und etlichen anderen Bühnen interpretierte sie Arnold Schönbergs düstere ‚Erwartung‘. Bereits mit 37 Jahren bekam sie den Ehrentitel Kammersängerin. Um die ungarische Aussprache für Bela Bartoks ‚Herzog Blaubarts Burg‘ zu beherrschen, suchte sie Hilfe bei Dr. István N. Vértes, dem Leiter der Auslandsabteilung der Staatlichen Konzertdirektion in Budapest. Wer bei diesem Namen aufmerkt, liegt richtig. Er wurde ihr Mann und Vater ihrer Kinder Nicolas und Isabella, heute Isabella Vértes-Schütter, Intendantin des Ernst Deutsch Theaters. Helga Pilarczyk gab ihre künstlerische Laufbahn bereits in den sechziger Jahren zugunsten der Erziehung ihrer Kinder weitgehend auf. Sie trat nur noch selten auf – in Hamburg und London 1988 in ihrer letzten Rolle in Arnold Schönbergs Oratorium „Die Jakobsleiter“. Ab 1975 übernahm sie Lehraufträge und unterrichtet regelmäßig. In ihren letzten Lebensjahren saß sie, sofern es ihre Gesundheit erlaubte, bei Premieren im Ernst Deutsch Theater oft in der 1. Reihe. Am 15. 9. 2011 starb Helga Pilarczyk im Alter von 86 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in Hamburg. Im Garten der Frauen hat sie ihre letzte Ruhestätte gefunden. Dessen Trägerverein ehrt sie nun im historischen Wasserturm mit einer Ausstellung. Viele Exponate hat ihre Tochter Isabella Vértes-Schütter zur Verfügung gestellt. (fjk)

Sonntag, 13. Mai 14 Uhr im historischen Wasserturm an der Cordesallee Ausstellungseröffnung. Die Ausstellung ist bis zum 30. September sonntags von 14 – 17 Uhr geöffnet. Eintritt frei
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