Fahrdienst für Flüchtlinge in Hamburg

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Wiebke Richter und Andreas Heintze von der Schulbehörde machten sich vor Ort im Jugendpark kundig und sprachen mit dem WochenBlatt über die Aktivitäten ihrer Behörde Foto: Krause
 
Kinder im Bus auf dem Weg zur Schule - um den Erstklässlern lange Wege zu ersparen, arbeitet die Gemeinde Heilige Familie an einer solchen Lösung

Kirche will Erstklässlern lange Fußwege ersparen

Von Franz-Josef Krause
Hamburg. „Wann können unsere Kinder wieder in die Schule gehen?“ das ist der häufigste Satz, den Michael Kolmann von „fördern und wohnen“ von Eltern hört, die als Asylbewerber neu bei ihm im Jugendpark eintreffen. Sie alle haben einen langen, oft gefahrvollen Weg hinter sich. Schule kann für die oft traumatisierten Kinder der erste Schritt zur Normalität sein – sie kann aber auch in Einzelfällen völliges Neuland bedeuten. In diesem Spannungsfeld bewegen sich alle, die dafür verantwortlich sind, dass Schulzeit für alle Kinder in Langenhorn eine gute und erfolgreiche Zeit wird. Für die, die hier beheimatet sind und für die Kinder, die mit ihren Eltern Asyl suchen. Im Gespräch mit dem WochenBlatt berichten Wiebke Richter und Andreas Heintze von der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) über die Versuche, den berechtigten Interessen von Kindern, Eltern und Lehrern an Langenhorner Schulen gerecht zu werden und gleichzeitig für eine optimale schulische Versorgung der Kinder des Jugendparks zu sorgen.
„Uns stehen“, so Wiebke Richter „in Langenhorn im näheren oder erweitertem Umkreis des Jugendparks zwei Grundschulen zur Verfügung, die Kinder der Vorschul- beziehungsweise der 1. bis 4. Klassen aufnehmen könnten. Beide Schulen sind zweizügig.“ Die Entfernung der Schulen zur Asylbewerberunterkunft Jugendpark ist unterschiedlich.
Die Entfernung der Schulen zur Asylbewerberunterkunft Jugendpark ist, wie das WochenBlatt in Übereinstimmung mit der BSB ermittelt hat, recht unterschiedlich. Zur Schule am Krohnstieg sind es 900 Meter – der Weg zur Schule am Eberhofweg beträgt zirka 2,3 Kilometer. Auch für diese Entfernung ist nach einheitlichen Richtlinien keine kostenlose HVV-Karte vorgesehen. „Die jüngeren Kinder sollen die Schule am Eberhofweg besuchen“, erläutert Richter im Gespräch weiter, „dort soll eine „integrierte Vorbereitungsklasse“ eingerichtet werden, für die wir eine zusätzliche Lehrkraft mit der erforderlichen Stundenzahl einsetzen. Deren Ziel soll es sein, die fremdsprachigen Kinder möglichst schnell so fit zu machen, dass sie im ‚normalen‘ Klassenverband, dem sie angehören, ohne Bremswirkung für die anderen Kinder mitsegeln können.“
Wie zu erfahren war, sind es derzeit zwölf Kinder, die zusätzlich auf die eine Vorschulklasse und die vier Grundschulklassen am Eberhofweg kommen. Neun Kinder sind schon da. „Bis zur zulässigen Höchstzahl von 23 Kindern je Klasse“ bestätigt Dirk Schräder, Schulleiter am Eberhofweg „haben wir noch ein wenig Luft. Im Prinzip bin ich davon überzeugt, dass wir zu einer für alle Schüler guten Lerngemeinschaft zusammenwachsen werden. Aber eine Herausforderung, die wir positiv angehen, ist es schon.“
Die Kinder der Jahrgangsklassen 3 und 4 werden der Krohnstiegschule zugewiesen „Dort besteht bereits eine Vorbereitungsklasse für diese Altersstufe – entsprechend zusätzliche Lehrerstunden werden auch hier eingeplant“, so Andreas Heintze von der BSB. Größere Probleme werfen die Asylbewerberkinder ab der fünften Klasse auf. Die beiden Langenhorner Stadtteilschulen liegen nicht nur recht weit entfernt, sondern sind mit ihren Klassenfrequenzen am Limit. Deshalb kam bereits die Stadtteilschule Poppenbüttel, Schulbergredder 13+21 (Weg mit HVV rund 40 Minuten) ins Gespräch. Kinder aus dem Jugendpark an private Schulen zu schicken, ist der BSB aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich.
Jetzt gibt es bei der Katholischen Kirchengemeinde Heilige Familie in Langenhorn erste Überlegungen bezüglich eines morgendlichen Fahrdienstes zur Schule. Die Entscheidung könnte noch vor dem ersten „Runden Tisch“ am 27. November im Jugendpark fallen. (fjk)
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