„Feliz año nuevo“

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„Herzliche Grüße aus Argentinien an die alten Kollegen in Fuhlsbüttel und Nachbarn in Langenhorn.“ Kay Günther (40), seine Frau Sole Quesada (35) und Sohn Cohen (3) winken freundlich hinüber in den alten Erdteil.
 
Nicht nur Hamburg – auch Mendoza in Argentinien hat eine ‚Krause-Straße‘. Namensgeber in Hamburg ist der ehemalige Schulsenator Emil Krause (*1870 † 1943). Welcher Krause es in Mendoza ist, will Günther noch herausfinden. Fotos: Günther/hfr

Auswanderer Kay Günther: Unser Jahr ist sechs Stunden jünger!

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn. Wann beginnt das Neue Jahr? Eigentlich scheint das klar zu sein: immer mit Glockenschlag 24 Uhr am 31. Dezember. Allerdings – es kommt ganz darauf an, in welchem Land der Erde die Glocke schlägt. Legt man die koordinierte Weltzeit (auch UTC für Universal Time Coordinated) zugrunde, dann ist es auf der ganzen Welt erst 23 Uhr, wenn die Glocken das Neue Jahr einläuten und die Raketen in den Himmel steigen. Die Raketen haben die Stadt Mendoza in Argentinien bereits am Heiligen Abend in gleißendes Licht getaucht. Das Neue Jahr wird in Mendoza sechs Stunden später als in Hamburg begrüßt – weitgehend ruhig - ohne Raketen. Für Kay Günter ist das nicht der einzige Unterschied zu Hamburg. Der in Greifswald geborene Langenhorner lebt seit neun Monaten in Argentinien. In einer Zeit, wo deutsche Politiker aller Parteien Zuwanderung fordern, ist der 40-jährige Medizintechniker einen umgekehrten Weg gegangen. Nicht einfach so – Sole, seine Frau, kommt von dort, ihre Familie wohnt in der Hauptstadt des argentinischen Weinbaus, in Mendoza.

Von Langenhorn nach Argentinien

Rund vier Jahre lebte Kay Günter mit seiner Frau Sole Quesada in der Nähe der Asklepios Klinik Nord-Heidberg; dort wurde vor drei Jahren auch ihr Sohn Cohen geboren. „Es war keine leichte Entscheidung, hier einen gut bezahlten Arbeitsplatz bei Philips Healthcare in Fuhlsbüttel gegen eine ungewisse Zukunft aufzugeben“ berichtet Günther im Gespräch mit dem WochenBlatt „aber meine Frau zog es in die Heimat – so galt es, den Versuch zu wagen!“
Ein ganz erhebliches Problem – in Mendoza dreht sich fast alles um Wein – Medizintechnik ist eher weniger gefragt. Während die Heimkehrerin Sole Quesada recht schnell in ihrem angestammten Beruf als Speditionskauffrau Arbeit fand, sah es für Kay Günther zunächst nicht gut aus. Immerhin, das Anwesen der Schwiegereltern bietet ausreichend Platz auch für die junge Familie. Kay Günther konnte in Ruhe seine Spanischkenntnisse verbessern und gleichzeitig mit seinem Sohn intensiv Deutsch üben. Inzwischen sieht seine Zeiteinteilung anders aus „Ich habe wieder einen Job in meinem alten Beruf“, freut sich der 41-Jährige. „Allerdings in Santiago de Chile. Das liegt gut 360 km von Mendoza entfernt – reichlich die Entfernung Kassel - Hamburg! Dort in Santiago hat es in diesem Sommer seit Menschengedenken erstmalig zwei Tage geregnet – „den Regen hast du aus Deutschland mitgebracht“, mutmaßen die neuen Kollegen von Kay Günther.

Täglich neue Entdeckungen

Für den ist noch jeder Tag im anderen Kontinent mit neuen Entdeckungen verbunden – zum Beispiel, das der Name ‚Zonda‘ nicht nur für ein Sportwagen mit über 600 PS steht, sondern auch für ein Wüstenwind, der um diese Zeit locker über 40 Grad Celsius mit sich bringt. Dagegen sind die Temperaturen in Hamburg zum Weihnachtsfest fast frostig zu nennen. Eines verbindet Hamburg, die Metropole an der Elbe mit Mendoza und seinen gut 110.000 Einwohnern. Beide Orte haben eine ‚Krause‘ Straße. Wenn das kein schönes, starkes und verbindendes Band ist!
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