Freude über Preis und Verstärkung Hamburg

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Sybille Röper wurde für ihr ehrenamtliches Engagement mit dem Bürgerpreis des Regionalausschusses Alstertal ausgezeichnet Foto: Glitz

Sybille Röper von IGL ausgezeichnet. Hilfe für Flüchtlinge

Hamburg. Der orangefarbene Bau am Ende der Flughafenstraße fällt sofort ins Auge. Nicht nur farblich, sondern auch durch das schräge Dach und die runden Fenster. „Das Haus ist extravagant, war aber preiswert und ist multifunktional“, sagt Sybille Röper, Vorsitzende der Interessengemeinschaft um den Lentersweg (IGL). Seit 30 Jahren ist sie Mitglied, besuchte zunächst mit ihren eigenen Kindern eine Mutter-Kind-Gruppe und leitete auch Töpferkurse. Später sammelte sie Geld für das neue Haus, das 2003 eingeweiht wurde. Sie engagiert sich seit zehn Jahren im Vorstand der IGL für die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Stadtteilkultur für die Siedlung mit ihren rund 1.200 Wohnungen. Jetzt hat die engagierte Nachbarin den Bürgerpreis des Regionalausschusses Alstertal erhalten.
„Wir können hier alles sehr schnell umbauen“, erklärt Sybille Röper die Vorzüge des Hauses. Es bietet auf 300 Quadratmetern einen großen Veranstaltungsraum, eine Küche, zwei Computerräume, ein kleines Tonstudio und einen Raum mit Billardtisch und Kicker. „Wir haben Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“, sagt Röper stolz. So treffen sich regelmäßig Mutter-Kind-Gruppen, es wird getöpfert und getanzt. Kinder können basteln, kochen und Ausflüge machen. „Ein ganz wichtiger Punkt in unserem Angebot für Jugendliche ist die Musik“, erläutert Röper. „Viele schreiben ihre eigenen Titel, nehmen sie hier auf und laden sie auf Youtube hoch“. So werde konzentriertes Arbeiten geübt, die Musiker bekämen Anerkennung. Auch Sport wird bei der IGL groß geschrieben.

Beratung und Hilfe

Es gibt aber auch Hilfe bei den Hausaufgaben oder eine individuelle Beratung für Bewerbungen. „Viele Kinder aus der Siedlung kommen über Jahre zu uns“, freut sich Sybille Röper. „Das Angebot wird insgesamt sehr gut angenommen.“ Mit drei Erziehern auf jeweils einer halben Stelle sind die Kapazitäten der IGL allerdings begrenzt. Die Unterbringung für minderjährige Flüchtlinge, die derzeit in der benachbarten ehemaligen Schule in der Flughafenstraße eingerichtet wird, ist deshalb eine Herausforderung. „Die jungen Flüchtlinge werden natürlich auch zu uns kommen“, so Röper. Das Problem sei, dass sie anfangs nicht deutsch sprechen und zudem traumatisiert seien. Zudem bleiben die 25 Jugendlichen nicht lange in der Einrichtung. Schwierige Voraussetzungen, um eine Vertrauensbasis aufzubauen. „Wir brauchen ein wenig Verstärkung, und die bekommen wir zum Glück auch“, verspricht die IGL-Vorsitzende. Die IGL bekommt zusätzliche Personalmittel vom Landesbetrieb Beratung und Erziehung. Obendrauf gibt es ein bisschen Geld für neue Fußballtore. Sybille Röper: „Wir müssen in Zukunft die Vorbehalte vieler Eltern ernst nehmen, aber die Integration der Flüchtlingseinrichtung ist machbar.“ (rg)
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