Friedhöfe folgen Trends

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Eine ansprechend gestaltete Grabanlage ohne Pflegeaufwand für die Angehörigen hat Stephan Jansing hier für Urnenbeisetzungen geschaffenFotos: Nowatzky

Ein Ort zum Trauern mit wenig Aufwand soll es sein: Norderstedt reagiert

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Rund 700 Menschen sterben pro Jahr in der 75.000 Einwohnerstadt, etwa 400 werden auf einem der drei städtischen Friedhöfe bestattet, der kirchliche Friedhof Garstedt liegt bei etwa 240 Beerdigungen pro Jahr. Zu wenig, finden die Verantwortlichen. „Seebestattungen oder Ruhewälder sind zunehmend Konkurrenz für uns“, so Peter Christian Petersen, der seit 1991 Norderstedts Friedhöfe leitet. Um dem Bedürfnis nach wenig Pflege auf der einen und einem würdigen Platz auf der anderen Seite entgegenzukommen, gehen die Friedhöfe in Norderstedt jetzt neue Wege.
Vorreiter war Stephan Jansing in Garstedt mit vier Baumgräbern. Jede der runden Anlagen mit einem Magnolienbusch oder Zierapfel in der Mitte bietet Platz für 15 Doppelurnengräber. Die Beete werden vom Friedhof angelegt und gepflegt, auf Wunsch kann ein Stein mit Inschrift auf den Grabplatz gelegt werden. Zusätzlich plant der Friedhofsverwalter auch für Sargbeisetzungen einen Bereich mit entsprechend gestalteten Beeten.
Peter Christian Petersen ist mit seinen Mitarbeitern dabei, auch für die städtischen Friedhöfe neue Grabanlagen zu entwickeln. Baumgräber gleich am Rand der großen Heidefläche in Friedrichsgabe sind vorstellbar, aber auch sogenannte Kolumbarien. Die schrankähnlichen Urnenfächer könnten in die vorhandene Vegetation an den Wegen eingepasst werden. Und auch Petersen will Gemeinschaftsanlagen mit angelegten Beeten bereitstellen. Auf insgesamt 22 Hektar Friedhofsfläche wird es so in den kommenden Jahren in Norderstedt viele unterschiedliche Varianten geben. Vom muslimischen Feld in Friedrichsgabe über Baumgräber in Garstedt und Gemeinschaftsanlagen für Särge oder Urnen genauso wie die bisher üblichen Reihengräber.
„Hier haben wir eine Alternative geschaffen“, sagt Stephan Jansing und zeigt die neue Grabanlage auf dem Friedhof Garstedt. Ein kleines Messingschild am Stein erinnert an die Verstorbenen, der Platz davor ist für Einzelurnen vorgesehen und wird von der Friedhofsverwaltung bepflanzt werden. An zwei Plätzen wird es die Möglichkeit geben, kleinere Gestecke oder Blumenschmuck abzulegen.
„Die allermeisten Menschen haben doch das Bedürfnis, noch hinzugehen und auch etwas für den Verstorbenen hinzulegen“, diese Erfahrung hat Friedhofsverwalter Jansing gemacht. Daher liegen auch auf den Steinplatten der Urnengräber, die im Rasen eingelassen sind, Gestecke, zusätzliche kleine Grabsteine mit Bildern, Vasen oder einzelne Blumen. Diese Situation findet sich auf allen vier Norderstedter Friedhöfen.
Peter Christian Petersen, Leiter der drei kommunalen Norderstedter Friedhöfe, hört oft: „Die Nachkommen sollen nicht belastet werden“ oder „Es ist keiner da, der das Grab pflegt“. Darum werden Grabstellen ausgesucht, die möglichst wenig Verpflichtungen mit sich bringen. Einen ansprechenden Anlaufpunkt möchten die meisten Angehörigen nach kurzer Zeit dennoch haben.
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