Hamburg: Alt, aber nicht altersschwach

Anzeige
Klaus Rittmeier (l.) und Manfred Sengelmann sind zwei besonders Aktive im Verein, die das Vereinsleben prägen und dafür sorgen, dass Fuhlsbüttel seine Identität als Dorf in der Stadt pflegt und behält Foto: Krause

Der Bürgerverein Fuhlsbüttel von 1897 sucht selbstbewusst nach Nachwuchs

Hamburg. Der genaue Name ist so lang wie aussagekräftig. „Bürgerverein Fuhlsbüttel – Hummelsbüttel – Klein-Borstel – Ohlsdorf von 1897 e.V.“ „Aber“, so erklärt der Vorstandsvorsitzende Klaus Rittmeier lachend, „die Mehrzahl unser 160 Mitglieder kommt aus Fuhlsbüttel. Der Stadtteil steht in unserem Namen zu recht ganz vorne an.“ Als der Verein gegründet wurde, gab es den Friedhof Ohlsdorf bereits 20 Jahre. 1897 begann Kaiser Wilhelm II mit der Besetzung von Fort Tsingtau in der chinesischen Bucht von Kiautschou mit der Säbelrasselei, während in Hamburg der große Hafenarbeiterstreik zusammenbrach. Fuhlsbüttel und seine Umgebung war seinerzeit dörflich geprägt – um die 1893 in neugotischen Stil mit spitzem Turm erbaute St.-Lukas-Kirche grasten Kühe. „Dörflich“, so betont Manfred Sengelmann, Schriftführer und Leiter der Kulturgruppe, „ist Fuhlsbüttel auch heute. Der Zusammenhalt der gut 12.000 Einwohner ist noch lebendig.“
Dass das so bleibt und womöglich noch intensiver wird, ist eine der Kernaufgaben des Bürgervereins. „Wir bieten neben einem abwechslungsreichen kulturellen Angebot regelmäßig Skat- und Canasta-Abende, Klön-Nachmittage, Stammtische, Kegeln und Basteln an“, berichtet Sengelmann weiter, „natürlich gibt es auch Tagesausfahrten, und sehr beliebt sind gemeinsame Reisen.“ Vereinsvorsitzender Rittmeier ergänzt: „Beim monatlichen Mitgliederabend wird gemeinsam überlegt, was wir unternehmen wollen, was noch so zu uns passen würde.“
Damit ist ein Thema indirekt berührt worden, das heute viele Vereine und ganz besonders Bürgervereine betrifft: „Uns“ – das sind Frauen und Männer deutlich jenseits des Rentenalters.
„1897 gab es in Fuhlsbüttel nur wenige Möglichkeiten der Ablenkung. Das sieht im Jahr 2013 völlig anders aus“, gibt Klaus Rittmeier zu bedenken. „Unsere Angebote sind nur einige unter Tausenden von Möglichkeiten!“ Dennoch sind die Lenker des Bürgervereins Fuhlsbüttel davon überzeugt, dass ihr Verein Zukunft hat, denn es finden immer wieder Menschen zu den Veranstaltungen, die dann ganz überrascht sind, wie agil und interessant der „alte“ Verein ist. Deswegen ist man sich sicher, dass im Jahr 2047 in Fuhlsbüttel ordentlich gefeiert werden kann. Denn dann besteht der Verein 150 Jahre. Wer noch mehr Grund zum Feiern und Gedenken sucht: 1897 wurde in Mannheim der erste deutsche Nachkriegs-Fußballnationaltrainer Sepp Herberger geboren und der Hamburger Komponist Johannes Brahms starb in Wien (fjk)

Kontakt: Tel.: 50 56 05
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige