Hamburg: Marktplatz reloaded

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Unser Langenhorn damals: Am 13. April 1965 wurden die Marktfläche und das Ladenzentrum eröffnet - bei strömendem Regen übrigens. Die Polizeikapelle gab ein PlatzkonzertFoto: Langenhorn-Archiv

Wochenmarkt zieht wieder zurück. Neuer Eigentümer übernimmt Ladenzeile

Von Bert C. Biehl
Hamburg. Fast auf den Tag genau 49 Jahre nach ihrer erstmaligen Inbetriebnahme wird am kommenden Sonnabend, 12. April, die neu gestaltete Langenhorner Marktfläche offiziell wieder bezogen. Zur „Generalprobe“ sollten die Händler schon am Dienstag zuvor aus ihrem einjährigen „Exil“ in der südlichen Tangstedter Landstraße zurückkehren. Der Wochenmarkt und die Ladenzeilen waren am 13. April 1965 eröffnet worden.
Am kommenden Sonnabend ist außerdem von 10 bis 16 Uhr ein buntes Programm mit Showbühne geplant. Dort treten Langenhorner Musiker auf, unter anderem der Röweland-Chor und die „Longhorn Neighbours“.

Händler wollen Kunden überraschen

Der zuständige Fachamtsleiter Klaus-Dieter Marzahn: „Auch die Händler wollen sich Überraschungen einfallen lassen. Einige Marktstände wollen auch nach 13 Uhr verkaufen.“Das bunte Fest soll mit Bausenatorin steigen: Jutta Blankau will am kommenden Sonnabend nach Langenhorn kommen, um die neu gestaltete Marktfläche offiziell freizugeben. Punkt 12 Uhr, wenn der größte Käuferandrang vorüber ist, gibt es kurze Ansprachen von ihr und Bezirks-amtsleiter Harald Rösler. Auch ein Vertreter des Bundesbauministeriums ist angefragt – in die insgesamt 3,7 Millionen Euro teuren Umbaukosten für das Gesamtprojekt einschließlich Tangstedter Landstraße waren auch Bundesmittel eingeflossen.
Im Anschluss nimmt Blankau bei einem Rundgang die Neuerungen in Augenschein. Außer der Marktfläche waren auch Fußgängertunnel, Treppen und Marktmeisterhäuschen neu gestaltet worden. Zudem führt jetzt vom Krohnstieg eine behindertengerechte Rampe hinab. Unterdessen wurde bekannt, dass das Einkaufszentrum (EKZ) einen neuen Besitzer erhält. Nach Informationen des Wochenblatts wurde Anfang März ein entsprechender Vertrag mit einer Hamburger Projektentwicklungsgesellschaft geschlossen.
Das Unternehmen ist Spezialist für stagnierende Standorte und in ganz Norddeutschland aktiv. Wie berichtet, leidet das EKZ zurzeit unter Geschäfteschwund. Von Seiten des Unternehmens wurden auch Neubauabsichten angedeutet. Näheres soll aber zunächst mit den Händlern besprochen werden. Bisher gehörte das EKZ der SEB-Bank, und zwar zu einem Sondervermögen namens „Immo Portfolio Target Return Fund“. Dieser Fonds war bereits in die Kritik der Verbraucherzentrale geraten, weil mehrfach die Anteilsrücknahme ausgesetzt wurde. So hatte die SEB den Anlegern im Juni vergangenen Jahres mitgeteilt, die Liquidität des Sondervermögens reiche nicht aus, um die befürchtete Anteilsrückgabe bedienen zu können. Das Geld der Anleger ist damit noch bis zum kommenden Juni eingefroren, Investitionen in einen Ausbau des EKZ nicht zu erwarten. Genau den sehen aber etliche Händler als notwendig zur Revitalisierung.
Die SEB hatte das Gelände im Jahr 2006 von Vorbesitzer Robert Vogel (†) erworben. Damaliger Kaufpreis: 25,7 Millionen Euro. Im Gespräch war schon seit langem ein Abriss der nördlichen Ladenzeile, Baujahr 1965, und die Erweiterung der Geschäftsfläche. Die könnte auf den jetzigen Parkplätzen am Eberhofweg erfolgen, der nötige Parkraum könnte in eine Tiefgarage verlegt werden. (bcb)
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