Hamburg: Müll-Streit wegen 1,64 Metern

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Peter Beuttenmüller und Ursula Prill aus dem Buurredder sagen: „Seit 50 Jahren stellen wir die Mülltonnen auf das kleine Rasenstück“

Stadtreinigung leerte Tonnen nicht. Anwohner pochen auf alte Absprache

Hamburg. Dicht daneben und doch vorbei: Weil Anwohner einer Langenhorner Straße ihre Mülltonnen nicht exakt an den Bordstein gestellt hatten, sondern 1,64 Meter vom Straßenrand entfernt auf einen Sammelplatz, sind ihre Abfallbehälter in der vergangenen Woche nicht geleert worden. Die Stadtreinigung (SRHH) verweist auf Vorschriften. Laut Bewohnern gibt es jedoch andere Absprachen.

„Wir wohnen hier seit 50 Jahren. Und seitdem stellen alle Nachbarn ihre Tonne gemeinsam auf das kleine Rasenstück an der Straßenecke. Dieser Sammelplatz wurde damals mit der Müllabfuhr abgesprochen.“ Peter Beuttenmüller und Ursula Prill

Peter Beuttenmüller und Ursula Prill sind sauer. Sie gehören zu den zehn Nachbarn, deren Mülltonnen in der vergangenen Woche nicht geleert wurden. „Wir wohnen hier seit 50 Jahren. Und seitdem stellen alle Nachbarn ihre Tonne gemeinsam auf das kleine Rasenstück an der Straßenecke. Dieser Sammelplatz wurde damals mit der Müllabfuhr abgesprochen.“
Vergangenen Donnerstag dann die Überraschung: Der Müll blieb stehen, an den Tonnen hing ein roter Papp-Anhänger. Der besagt zusammengefasst: Die Tonnen standen falsch.
„Das ist völlig korrekt - die Tonnen gehören an den Fahrbahnrand“, betonte SRHH-Sprecher Reinhard Fiedler auf Nachfrage und verwies auf entsprechende Verordnungen. Die Anwohner warnen: Bei Aufstellung direkt am Fahrbahnrand seien Kinder und Rollstuhlfahrer gefährdet, weil dann die Tonnen die Sicht an der Bordsteinabsenkung behinderten. „Aus diesem Grund, und weil der ohnehin schmale Fußweg durch die Tonnen noch mehr eingeengt würde, hatten wir die Absprache für diesen Sammelplatz mit der Müllabfuhr ja mal getroffen“, so Beuttenmüller.

„Anwohner wurden mehrfach informiert“

Das will Fiedler grundsätzlich nicht ausschließen, merkt aber auch an: „Die Nutzer dieser Tonnen sind in den vergangenen Wochen mehrfach mit den roten Anhängern informiert worden, dass ihre Tonnen nicht richtig am Fahrbahnrand bereitgestellt sind. Dies wurde aber ignoriert. Jetzt wurden die falsch bereitgestellten Tonnen erstmalig am normalen Leerungstermin nicht geleert.“ Die Touren seien zeitlich knapp kalkuliert. Ärgerlich für diejenigen, die nur 14-tägliche Leerung gebucht hatten: Ihre Tonne wird jetzt wohl erst nach Ostern gekippt.
Die Anlieger überlegen jetzt, ob sie als Alternative den Sammelplatz aufgeben und statt dessen die Tonne an den ständig zugeparkten Fahrbahnrand vor den Reihenhausscheiben stellen. Dann aber müssten die Müllwerker die rund 60 Meter lange Strecke per Stop-and-Go abfahren und die Tonnen zwischen den parkenden Autos hindurchziehen. Die Anwohner fragen sich, ob das dann wohl schneller ginge. (bcb)
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