Hamburg: Nachbarn in den Topf geschaut

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Sie freuen sich über das Langenhorner Kochbuch: Schekeba Jentsch (v.l.), Susanne Jung, Hatice Böler, Felipe Martins, Sabrina Seidensticker, Werner Hansen und Rixa Gohde-Ahrens Foto: Biehl

Erstes Stadtteil-Kochbuch dreht sich um leichte Kost aus vegetarischer Küche

Von Bert C. Biehl
Hamburg. Egal ob Pute, Gans, Rinderbraten oder Würstchen mit Kartoffelsalat – nach den Feiertagen mit kalorienhaltigen Festessen, üppigen Kaffeetafeln und unzähligen Naschereien vom Tannenbaum oder dem Bunten Teller sehnt sich so mancher nach leichter Kost.
Abhilfe schaffen kann da ein kleines Büchlein, das im Stadtteil Langenhorn entstand, erst vor wenigen Tagen erschienen ist und sich schon nach kurzer Zeit großer Beliebtheit erfreut – ein Kochbuch, das wie im Sprichwort „weggeht wie warme Semmeln“.
„Langenhorn kocht bunt“ heißt es, und offenbar wollen es viele Langenhorner zu Weihnachten verschenken: „Wir haben bereits 300 Stück verkauft – mit diesem Erfolg haben wir nicht gerechnet“, freut sich Schekeba Jentsch. Die Einwohnerin des Quartiers Essener Straße hatte vor einem Jahr bei einem Gesundheitstag am Käkenhof die Anregung zu dem Multi-Kulti-Kochbuch gegeben. Im vergangenen Frühjahr war dann aufgerufen worden, Rezepte einzusenden (das WochenBlatt berichtete).
Der Clou: Die Rezepte-Sammlung enthält Gerichte aus rund zehn Nationen, die aber ausschließlich vegetarisch sind. Dadurch werden kulturell oder religiös bedingte Unterschiede beim Fleischverzehr ausgeklammert.

Nachbarschafts-Werk

Im Quartier leben rund 5.500 Menschen aus rund 20 Nationen, 65 Prozent der Einwohner haben einen Migrationshintergrund. „Da ist so ein nachbarschaftliches Werk auch identitätsbildend für das Quartier“, sagt Susanne Jung vom ella-Kulturhaus. Sie bildete gemeinsam mit Jentsch sowie Sabrina Seidensticker vom Gesundheitsamt Hamburg-Nord eine Projektgruppe und hat die 110 eingesandten Rezepte ausgewertet. „Die meisten von ihnen haben wir nachgekocht“, so Jung. Ein halbes Jahr lang hat die Gruppe bis zur Fertigstellung gebraucht, die Druckkosten in Höhe von 3000 Euro stammen aus dem Etat des Bezirksamtes. 75 Rezepte haben es schließlich ins Buch geschafft – Alltagsgerichte, die auch für den kleinen Geldbeutel geeignet und leicht zuzubereiten sind.
Von der deutschen Apfel-Kürbis-Suppe über indisches Kichererbsencurry bis zum schwedischen Zwieback-Apfelauflauf finden sich Vorspeisen und Dips, Suppen, Salate, Haupt- und Nachspeisen in dem 179 Seiten starken Werk.
Die ansprechende Gestaltung, die praktische Ringbindung sowie die geringe Schutzgebühr von drei Euro pro Stück machen das Büchlein zu einem ebenso günstigen wie attraktiven Weihnachtsgeschenk auch auf den letzten Drücker.

Wer vor dem Fest noch schnell ein Exemplar erwerben will, kann das am Montag,
23. Dezember, von 10-18 Uhr im Stadtteilbüro, Käkenhof 16h
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