Hamburg vorbildlich

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Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (l.) bekam von Lea Quitzow (17) das Modell eines Hubschraubers geschenkt. Drei Wochen Arbeit stecken in der Handarbeit. Die Rotorblätter werden mit einer Solarzelle angetrieben. Mitte: August Wilhelm Henningsen, Vorstand Lufthansa Technik AGFotos: Biehl

Arbeitsministerin Nahles lobt Jugendberufsagenturen

Von Bert C. Biehl
Hamburg. Hamburgs Engagement für junge Schulabgänger sei bundesweit vorbildlich. Das sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles bei ihrem Besuch in der Langenhorner Jugendberufsagentur. Wie berichtet, werden hier Jobsuchende ausschließlich unter 25 Jahren betreut. Hamburg bietet als erstes Bundesland diese flächendeckende Spezial-Beratung an – in jedem der sieben Bezirke gibt es eine Jugendberufsagentur.
Die Ministerin kam gemeinsam mit Bürgermeister Olaf Scholz, den Senatoren Ties Rabe (Schule) und Detlef Scheele (Soziales) sowie Führungskräften der Arbeitsagentur an die Langenhorner Chaussee. Während der gut einstündigen Stippvisite schauten die Besucher auch kurz in mehrere Beratungsgespräche hinein. „Ich bin sehr beeindruckt, was hier in Hamburg geschaffen wurde - das ist vorbildlich“, resümierte Nahles. Es sei gut, dass alle zuständigen Behörden unter einem Dach kooperierten. So könnten junge Menschen aus einer Hand optimal beraten und unterstützt werden. „Die lückenlose Betreuung hilft, dass sie letztendlich den Sprung in den Arbeitsmarkt erfolgreich meistern. Das Potenzial des Hamburger Projekts ist groß - das würde ich auch gerne an anderen Stellen in Deutschland sehen“, lobte Nahles. Und Scholz ergänzte: „Man spürt richtig die große Begeisterung, die hier herrscht.“ Er unterstrich die gute Zusammenarbeit der Behörden: „Es hilft, dass wir als Staat auch für die Schulen und die Schulpflicht zuständig sind und damit eine Möglichkeit haben sicherzustellen, dass alle Jugendlichen tatsächlich erreicht werden.“ Niemand solle mehr nach Beendigung der Schulzeit „durchs Netz fallen“. Jugendliche würden systematisch angesprochen und aktiviert.
Im Anschluss besuchten Nahles und Scheele die Lufthansa Technik und ließen sich von Vorstandschef August Wilhelm Henningsen die Ausbildungswerkstatt zeigen. Mit ihrem Besuch wolle sie würdigen, so Nahles, „dass die Lufthansa sich auch um junge Menschen kümmert, die im ersten Moment nicht ausbildungsreif scheinen.“ So sind unter den rund 350 Technik-Azubis an den Standorten Hamburg, Frankfurt und München auch Gehörlose. Zudem unterstützt die Lufthansa auch an ein einjähriges Projekt der Arge für Jugendliche. Hier gehe es nicht nur um handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch um Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, erläuterte Ausbildungsleiter Joachim Kraatz. An das Jahr schließe sich ein Drei-Monats-Praktikum an. Wer sich bewähre, werde meist übernommen. (bcb)
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