Hamburger Schandfleck verschwindet

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Bei der trostlos aussehenden Ladenzeile Ochsenzoll ist ein Abriss in Sicht. Ein Wohn- und Geschäftshaus soll entstehen

Ochsenzoll: Letzte Mieter ziehen aus der Brandzeile aus

Von Bert C. Biehl
Hamburg. Lange hat es gedauert, doch nun scheint ein Ende in Sicht. Die marode Ladenzeile in Ochsenzoll, für viele ein Schandfleck am Ortseingang, kann wohl demnächst abgerissen werden.
Investor Ulrich Oldehaver, der hier ein Wohn- und Geschäftshaus errichten will, hat sich mit den drei letzten noch verbliebenen Mietern nach eigenen Worten „gütlich geeinigt“. Als erster zog Zejlko Blagojevic mit seinem Zeitschriften- und Tabakwarengeschäft aus, die Räume wurden zum Monatsanfang übergeben. Blagojevic betreibt noch ein zweites Geschäft in Berne, in dem er künftig arbeiten will. Zum Monatsende soll zudem die Filiale der Friseurkette C+M umziehen. „Wir bleiben im Umfeld, es gibt mehrere Optionen und konstruktive Verhandlungen“, bestätigte C+M-Regionalmanager Sebastian Schäffler.
Vermutlich werden die Haare künftig in den Räumen der ehemaligen Druckerei ein paar Meter weiter nördlich geschnitten. Auch für die türkische Familie, die bislang im durchfeuchteten und mit Schimmel belasteten Geschoss oberhalb der Ladenzeile ausharrte, soll es eine Lösung geben, so Oldehaver zum Wochenblatt: „Die Stadt hat ihr eine Wohnung zugewiesen, in die sie zum 1. September einziehen kann.“

Bauplan geändert

Unterdessen hat Oldehaver einen neuen Bauvorbescheidsantrag beim Bezirksamt eingereicht. Hintergrund ist, dass, wie berichtet, nach dem ursprünglichen Bauplan der Abstand zum Nachbarhaus zu gering gewesen wäre. Der neue Plan sehe eine stärkere Staffelung der Geschosse nach Osten und nach Norden vor, so Oldehaver. Das Grundstück des ehemaligen Supermarktes, das seit 2006 an den Motorradhändler Louis vermietet ist, gehört ebenfalls Oldehaver. Der Investor würde gerne, die Baugenehmigung vorausgesetzt, den Altbau mit 1,5 Geschossen überbauen und dessen 60er-Jahre-Fassade an den Neubau anpassen.

Kleine Läden statt Markt

Eine Neuerung soll es zudem bei der Belegung mit Geschäften geben. Statt eines großen Discounters will Oldehaver nun die Gewerbefläche lieber in fünf bis sechs kleine Geschäfte aufteilen. Dadurch werde der Lieferverkehr weitgehend vermieden und es seien keine extra Parkplätze nötig. Mit dieser Entwicklung könnte ein jahrelanges Ärgernis beseitigt werden. 2009 war das historische Haus an der Langenhorner Chaussee 678, in dem sich ein Sonnenstudio befand, in Brand gesteckt worden. Die Ruine stand drei Jahre lang leer. 2011 wollte der damalige Besitzer die Ladenzeile weiterverkaufen, brachte einige Mieter dazu, auszuziehen und ließ die Geschäftsräume sogleich unbenutzbar machen. Scheiben wurden zertrümmert, Deckenverkleidungen und Rohre herausgerissen. Nur drei Mieter harrten aus, weil sie langjährige Mietverträge hatten und sich mit dem Eigentümer nicht über eine Entschädigung einigen konnten. Anfang 2012 übernahm Ulrich Oldehaver das Gelände. Seither waren die zertrümmerten Läden von einem Bauzaun umgeben, was den unwirtlichen Eindruck des Geländes auch nicht erträglicher machte.

Beginn im Frühjahr

Mehrfach waren danach Verhandlungen zum Auszug der verbliebenen Mieter gescheitert. Für die Gründe machten sich die Parteien gegenseitig verantwortlich. Oldehaver: „Wenn diesmal alles gut läuft, könnten wir schon im Frühjahr mit dem Bau beginnen.“
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