Hilfe für Frauen mit Risikoschwangerschaften

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Dr. Liane Simon ist Leiterin der Norderstedter Frühförderung Foto: now

Frühförderung Norderstedt startet Projekt mit Notrufnummer und Hausbesuchen

Norderstedt. „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger.“ Dr. Liane Simon weiß, dass dieser Satz bei werdenden Eltern nicht immer nur Freude, sondern auch viele Fragen aufwirft. Die Leiterin der Frühförderung Norderstedt möchte so früh wie möglich helfen. Und das heißt für sie auch vorbeugen. Mit dem Projekt „Schwangerenbegleitung“ hat die Frühförderung einen neuen Weg eingeschlagen. „Wir haben zum ersten Mal Risikoschwangerschaften begleitet“, erzählt Simon. „Eine Drillingsschwangerschaft, eine werdende Mutter, die in der Schwangerschaft eine Krebsdiagnose bekam und eine Frau mit Gewalterfahrung sowie eine Familie, die von großer Armut bedroht war“, zählt sie auf. Ein Kind sollte kurz vor oder nach der Geburt operiert werden und bei einer Familie war eine Trisomie 21 festgestellt worden. Sechs werdende Eltern konnten sich zu Untersuchungen begleiten lassen, bekamen eine Notrufnummer für telefonische Beratung und nach Bedarf regelmäßige Besuche. „Sehr hilfreich“, „stärkend“ oder „sehr entlastend“ kommentierten die werdenden Eltern die Hilfe, die ausschließlich durch die Unterstützung zweier Stiftungen möglich wurde. Benötigt ein Kind Frühförderung, darauf haben Drillingskinder, Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Frühgeborene Anspruch, müssen Jugendamt und Krankenkasse die Kosten übernehmen. Für das Präventionsprojekt war trotzdem kein Geld da. Die Kroschke-Stiftung und die Preuschhof-Stiftung sprangen ein und übernahmen die Kosten von rund 11.000 Euro. Nach den guten Erfahrungen, die Simon auch von der Universität Hamburg dokumentieren ließ, finanzieren die Stiftungen sogar einen zweiten Durchlauf. Denn nach der Betreuung während der Schwangerschaft war der Kontakt der Kinder zu den Eltern nachweislich besser, eine Frühförderung nicht nötig. Nun wird bereits eine neue Familie betreut, nach Bedarf können noch weitere fünf Schwangerschaften begleitet werden. Damit werdende Eltern in besonderen Situationen von dem Angebot erfahren, lässt Liane Simon Flyer bei Gynäkologen und in Kliniken verteilen. Sie weiß: „Um Hilfe zu bitten fällt den meisten schwer.“ Darum wäre ihr großer Wunsch: „Eine offene Beratung in den Kliniken anzubieten.“ (now)

fruehfoerderung.norderstedt@diakonie-hhsh.de
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