Holitzberg: Mehr Verkehr?

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Karsten Stender demonstriert, wie knapp es am Holitzberg zugeht: 4,25 Meter misst die engste Stelle, die als Zufahrt zu neuen Parkplätzen führen soll. Foto: Blume
 
Durch die gewundene, enge Straße Holitzberg sollen die Mieter der 58 neuen Wohneinheiten (rote Rechtecke) zu ihren neu anzulegenden Parkplätzen gelangen (rote Pfeile) Luftbild: FHH

Anwohner kämpfen gegen „gefährlich“ enge Zufahrt für geplante Neubauten

Von Claudia Blume
Langenhorn
Einen Parkplatz am Holitzberg zu bekommen, ist reine Glückssache. Eine Seite der verzweigten und verwinkelten Straße ist schon tagsüber fast komplett zugeparkt, abends wird es noch schlimmer. Doch nun droht die Situation zu eskalieren. Die GbR Tangstedter Landstraße 435-451 plant vier dreigeschossige Häuser mit insgesamt 58 Wohneinheiten auf einer Grünfläche zu bauen.
Das Brisante: Die Zuwegung zu den neuen Parkplätzen erfolgt über den Holitzberg. Das wollen die Anwohner der schmalen Wohnstraße, insbesondere der „Verein der Eigenheimer am Holitzberg“, nicht hinnehmen. Mit Nachbarschaftseinwänden und Widersprüchen gegen die bereits ergangene Baugenehmigung suchen sie nach einer anderen Lösung.

„Gefährliche Verkehrsführung“


„Zum einen weisen wir auf die gefährliche Verkehrsführung hin“, erklärt Vereinsmitglied Karsten Stender, „die teilweise nur 4,25 Meter breiten Durchgänge, die dann befahren werden sollen, werden von zu Fuß gehenden Anwohnern und Schulkindern stark frequentiert, zudem haben jetzt bereits Rettungswagen und Müllfahrzeuge erhebliche Mühe zu wenden. Hinzu kommt für Eigentümer eine zehn- bis 15-prozentige Wertminderung ihrer Häuser durch Lärm- und Abgasbeeinträchtigung.“
Die ohnehin sehr angespannte Parksituation würde sich auch noch verschärfen, denn für 58 Wohneinheiten seien lediglich 17 neue Parkplätze vorgesehen. Die reichen allerdings rein rechtlich, denn der Senat hatte zum 1. Januar 2014 die Koppelung von neuem Wohnraum und entsprechenden Parkplätzen aufgehoben. Der Vorschlag der Eigenheimer, wenn keine Tiefgarage, dann wenigstens die Zufahrt zu den Parkplätzen über die Tangstedter Landstraße zu legen, findet in der Baubehörde keinen Anklang. Der zusätzlich entstehende Verkehr am Holitzberg sei gering und zu vernachlässigen, besage ein Gutachten. Eine weitere Rolle spielt die gegenüberliegende Klinik-Einfahrt sowie die stark befahrene Tangstedter Landstraße.
Eine weitere Rolle spielt die gegenüberliegende Klinik-Einfahrt sowie die stark befahrene Tangstedter Landstraße, deren Verkehrsfluss nicht beeinträchtigt werden soll – auch nicht durch eine Ampelregelung wie von den Anwohnern vorgeschlagen. Sie haben nun eine Petition an den Eingabeausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft eingereicht. „Wir hoffen, dass unsere Einwände Gehör finden, bevor es mit dem Bau losgeht“, wünschen sich Karsten Stender und 178 weitere Eigenheimer.
„Baubeginn wird nicht vor 2016 sein, weil die Finanzierung nicht steht“, sagt Dr. Andreas Waas, Geschäftsführer der GbR Tangstedter Landstraße, die mit der Edmund-Siemers-Stiftung verbunden ist. Er fügt hinzu, dass er keine Eile habe zu bauen: „Die Stadt hatte uns 2012 angesprochen, weil sie die Flächen um die in den 1960er -Jahren entstandene Siedlung nachverdichten möchte.“ Das Parkproblem sieht er übrigens ganz anders: „Unseren Altbauten verfügen derzeit über diverse nicht vermietete Parkplätze und ein Großteil der Garage neben dem Einkaufszentrum steht auch leer.“

47 Bäume wurden gefällt


Für das Bauvorhaben sind aktuell und ohne Vorankündigung 47 Bäume und 140 Meter Hecke gerodet worden. Darufhin hatten sich zahlreiche entsetzte Anwohner an das Bezirksamt gewandt. Sprecherin Katja Glahn: „Die Baugenehmigung vom 9. Januar 2015 enthält die Fällgenehmigung. Es sind 78 Bäume und 140 Meter Hecke nachzupflanzen.“
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