Initiative vermisste Kinder

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Ausgezeichnete Initiative aus Langenhorn: Frank Schriever (Deutsche Bank, li.) und Corinna Pregla (M., Repräsentantin „Land der Ideen“) übergaben die Ehrenzeichen an Lars Bruhns (Initiative vermisste Kinder, 2.v.li) und Christopher Samsinger, Regionalleiter des Projektpartners Ströer. Rechts: Patrick Matthiensen hat das Werbekonzept gestaltet. Foto: Biehl

Eine ausgezeichnete Idee

Langenhorn. Es ist der Alptraum aller Eltern: das eigene Kind kommt nicht nach Hause, bleibt verschwunden, taucht nie wieder auf. „Jahr für Jahr werden in Deutschland Tausende Kinder gesucht“, sagt Lars Bruhns. Er ist Vorsitzender der „Initiative vermisste Kinder“ mit Sitz am Oehleckerring in Langenhorn. Die versucht seit 15 Jahren die Verschwundenen wiederzufinden. Jetzt wurde sie dafür ausgezeichnet: als einer von „365 Orten im Land der Ideen“. So heißt der gleichnamige Wettbewerb, den die Standort-Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ jährlich gemeinsam mit der Deutschen Bank durchführt. Ausgezeichnet werden Projekte, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten – allein in Hamburg wurden in diesem Jahr 34 innovative Projekte mit der entsprechenden Ehrenplakette belohnt.
Die Initiative war 1998 von Lars Bruhns‘ Mutter Monika im schleswig-holsteinischen Kisdorf ins Leben gerufen worden, einen Vorläuferverein hatten betroffene Eltern bereits 1997 gegründet. „Den Anlass lieferten die 1996 in Belgien aufgedeckten Entführungen durch den Kinderschänder Dutroux“, so Lars Bruhns, der die Initiative seit dem Tod seiner Mutter 2005 leitet.
Einige Quellen sprechen von bis zu 50.000 vermissten Kindern pro Jahr allein in Deutschland, andere gehen sogar von bis zu 100.000 Fällen aus. Zwar würden die wenigsten Opfer von Gewalttaten, so Bruhns – sie seien Verspäter, Ausreißer oder würden von Elternteilen im Sorgerechtsstreit entführt. Dennoch ist vorsichtshalber Eile geboten, wenn eine Vermisstenmeldung eingeht, etwa über die EU-weit gleiche Hotline 116000, die bei Bruhns aufläuft. Sein Projektpartner ist das Kölner Außenwerbe-Unternehmen Ströer, das nach eigenen Angaben mehr als 280.000 Werbeflächen und Info-Screens zum Beispiel in Bahnhöfen und Einkaufszentren vermarktet. Binnen 30 Minuten, so Bruhns, könne ein Foto des vermissten Kindes auf jeden der Bildschirme gebracht werden. Zudem gibt es eine Facebook-Seite mit den Profilen der Gesuchten sowie eine „Vermisst“-App. Bis heute habe die Initiative 71 verschwundene Kinder wiederfinden können, teils sogar im Ausland, so Bruhns. Infos: www.vermisste-kinder.de sowie www.deutschlandfindeteuch.de. (bcb)
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