Katastrophenübung am Flughafen

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Das Szenario: An der rechten Tragfläche eines Flugzeuges ereignet sich beim Tankvorgang eine Explosion . . .

112 „Passagiere“ aus brennendem Jet gerettet

Von Nicole Kuchenbecker

Fuhlsbüttel. Ein lauter Knall. Ein Feuerball. Rauch steigt auf. Auf dem Hamburger Flughafen hat eine Maschine beim Abfertigungsvorgang an der Pier Feuer gefangen. Funkenflug beim Tankvorgang. Schreiende, panische, verletzte Passagiere verlassen fluchtartig das Flugzeug. Kurze Zeit später ist die Flughafenfeuerwehr zur Stelle und auch die umliegenden Wehren rücken an. Zum Glück: Es ist nur ein Katastrophenszenario, das jetzt geprobt wurde. Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte übten am Hamburg Airport den Ernstfall. Wie werden 112 Passagiere aus einem brennenden Flugzeug evakuiert und dann versorgt? Wie werden sie betreut und mit ihren Angehörigen wieder zusammengeführt? Wie werden ihre Identitäten festgestellt? Rund 170 Hilfskräfte und Statisten waren im Einsatz, um die Übung möglichst realistisch zu gestalten. Sie stellten verletzte und unverletzte Passagiere sowie deren Angehörige dar. An dem Probedurchlauf waren es mehr als 550 Menschen beteiligt. Eine junge Polin hat ihren Vater „verloren“. Feuerwehrfrau T. Kretzmann von der Freiwilligen Feuerwehr Fuhlsbüttel versucht sie zu beruhigen; ihr zu helfen. Auf dem Schauplatz nebenan wird ein verletzter Fluggast von einer Notärztin untersucht; ein schwerverletzter Patient für den Transport ins Krankenhaus vorbereitet. „Wir sind untereinander auf Unterstützung angewiesen“, sagt Holger Poser, Referatsleiter Katastrophen- und Bevölkerungsschutz bei der Hamburger Innenbehörde. So ein Szenario allein zu bewältigen, ist undenkbar. „Mr. Katastrophe“, wie Poser selbst seinen Spitznahmen verrät, kennt sich aus. Allein am Hamburg Airport hat er bislang zehn Flugunfallübungen mitgemacht. Der „simulierte Ernstfall“ wird routinemäßig alle zwei Jahre geprobt. Ziel dieser Übung war es, die Abläufe der Alarmierung, Einsatzabwicklung und die Zusammenarbeit von Flughafen, Feuerwehr, Bundespolizei, Polizei, Hilfsorganisationen und den zuständigen Behörden der Stadt Hamburg zu überprüfen. Die regelmäßige Erprobung des Ernstfalls ist Voraussetzung für den Erhalt der Betriebsgenehmigung eines Flughafens. Auch viele Beobachter waren vor Ort, um sich ein Bild von der Zusammenarbeit zu machen. Darunter auch Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch. Die „offizielle“ Auswertung der Übung wird noch einige Tage dauern. Doch eines steht schon jetzt fest: Die engagierten Helfer hatten ein gutes Gefühl von ihren Leistungen bei dieser Übung.
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