Konflikte nicht ausgeräumt

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Am Erdkampsweg in Fuhlsbüttel und nicht im Taka-Tuka-Land steht St. Lukas. Auch nach zwei Gemeindeversammlungen ist dort noch reichlich‚ Druck unterm Kessel‘ Foto: Krause

St. Lukas: Gemeinde und Rat weiterhin zerstritten

Ein Kommentar von
Franz-Josef Krause
Fuhlsbüttel. Wenn sich jemand nach Taka-Tuka-Land wünscht, dann wissen Pippi Langstrumpf Kenner, dass dort das Wort ‚Konflikt‘ noch nicht erfunden wurde. Wenn Claudia Scherf, die als Mitglied des Kirchengemeinderates die letzte Gemeindeversammlung von St. Lukas Fuhlsbüttel leitete, sich dorthin wünschte, dann hatte das gute Gründe. Denn Konflikte – offene und wohl noch zahlreicher, verborgene – gab und gibt es dort nach zwei Gemeindeversammlungen auch weiterhin noch. Die kristallisieren sich im Kirchengemeinderat, dem Leitungsgremium der Gemeinde. Deren Vorsitzende, die Juristin Petra Roedenbeck-Wachsmann, kündigte für den 1. Advent 2013 ihren Rücktritt aus Gremium und Gemeinde an. Ein weiteres Mitglied, Carsten Dehn, ist schon zurückgetreten. Antje Studemund und Jan-Hinrich Förster lassen ihre Ämter ruhen. Das ist allerdings nur für eine kurze Zeit möglich. Offen ist, ob überhaupt ausreichend Nachrücker von der letzten Wahl zur Verfügung stehen. Extrem problematisch die Möglichkeit der Nachberufung in den Kirchengemeinderat durch die Ratsmitglieder, deren Wahlperiode erst 2016 endet. Denn das Gremium lehnt einen vorzeitigen Rücktritt – wie von der letzten Gemeindeversammlung gefordert – mehrheitlich kategorisch ab. Es gehe um die Funktionsfähigkeit der Gemeinde. Ob die allerdings so sichergestellt ist, wurde mehrfach in Frage gestellt. Denn wie soll ein Gremium, dem viele Gemeindemitglieder das Vertrauen entzogen haben, noch für die Gemeinde sprechen; gar für die Besetzung der vakanten Pastoren-
stelle verantwortlich zeichnen? Weiterhin offen die Funktion des Vereins „+ Zeichen setzen“ und seines Vorstandes, weiterhin offen, woran sich konkret das Zerwürfnis entzündet hatte, dass Pastor Michael Kempkes veranlasste, in Fuhlsbüttel das Handtuch zu werfen. Mit dem ‚kleben‘ an den Ämtern hat die Mehrheit des Kirchengemeinderates einen echten Neubeginn verhindert.
Stattdessen wurde das Forum Gemeindeversammlung genutzt, emotional unterfüttert die eigenen langjährigen großen Verdienste herauszustellen. Die stellen im Übrigen auch die Kritiker außer Zweifel – verbinden das aber nachdrücklich mit der Frage nach dem Führungsstil der Vergangenheit. Nein, von einem von Gottvertrauen getragenen Neuanfang war bei der Gemeindeversammlung nichts zu spüren. Am ersten Sonntag nach Pfingsten war da kein Feuer des sich Öffnens – kein pfingstlicher Geist, der weht, wo er will. Dafür ging es um die „Arbeitsfähigkeit der Gemeinde und um einen gestalteten Übergang.“ Nur, haben die, die meinen ‚gestalten‘ zu müssen, dazu wirklich bis 2016 eine Legitimation die mehr ist, als ein juristisch verbriefter Anspruch?
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