Mehr Fluglärm für Langenhorn?

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Die „Lärmfläche“(bis 62 Dezibel) am Airport ging von 1997 bis 2012 zurück, wie die roten Markierungen zeigen, am wenigsten jedoch in Langenhorn

Airport-Umweltbeauftragter: „Moderater Anstieg“ durch neues Frachtzentrum

Von Marco Thielcke
Langenhorn.Leisere Maschinen, verkürzte Anflüge: So soll unter anderem der Lärm durch Starts und Landungen für die Anwohner des Hamburg Airport soll reduziert werden. Dafür hat der Umweltausschuss der Bürgerschaft kürzlich einen Zehn-Punkte-Plan beschlossen. Doch Bürgerinitiativen kritisieren die Maßnahmen als nicht ausreichend. Der Hamburger Flughafen rechnet in Zukunft sogar mit mehr Flügen. Axel Schmidt, Leiter des Zentralbereichs Umwelt am Airport, sagt: „Wenn das neue Luftfrachtzentrum Mitte 2015 in Betrieb geht, wird auch die Anzahl der Flüge moderat steigen.“ In dem neuen Luftfrachtzentrum können bis zu 150.000 Tonnen umgeschlagen werden. Das bedeutet mehr als das Doppelte des Containerumschlags am Flughafen, der im vergangenen Jahr bei 65.833 Tonnen lag. Die vielen Anflüge könnten vor allem Anwohner in Langenhorn treffen, wo die Lärmbelastung durch Flugzeuge am höchsten ist. Wurden 2013 bereits 46 Prozent aller Landungen über Langenhorn abgewickelt, liegt die Quote aktuell bereits bei 52 Prozent. Im Vorjahr stieg die Zahl der Beschwerden am Airport auf insgesamt 4.500.
Angesichts der Prognosen des Flughafens ist auch der Hamburger Dachverband der Bürgerinitiativen gegen Fluglärm skeptisch gegenüber den nun beschlossenen Lärmschutzmaßnahmen. Vorsitzende Margarete Hartl-Sorkin: „Die Bemühungen im Umweltausschuss sind zwar löblich, aber leider völlig unzureichend. Der Flughafen ist für Hamburg einfach zu groß.“
Die nun vereinbarte strengere Einhaltung der Betriebszeiten von 6 bis 23 Uhr sollte laut Hartl-Sorkin schon lange selbstverständlich sein. Und auch die ungleichmäßige Verteilung der Anflüge sieht die Langenhornerin kritisch. „Wir wollen zwar nicht, dass noch mehr Anwohner unter dem Lärm der Flugzeuge leiden. Es kann aber auch nicht sein, dass der gesamte Flugverkehr auf nur drei Landebahnen verteilt wird.“ Seit 1967 gilt die Regelung, dass die Rollbahn Richtung Alsterdorf „nach Möglichkeit gar nicht benutzt wird“, so steht es im Lärmaktionsplan 2013. Die über 57 Jahre alte Regelung sollte die dichtbesiedelten Stadtteile in der Innenstadt vor zu viel Fluglärm schützen. Doch mittlerweile ist auch Langenhorn mit über 3000 Einwohnern pro Quadratkilometer ein dicht besiedelter Stadtteil (Hamburg-Durchschnitt: 2.300).
Bis Ende Oktober hat die Umweltbehörde gemeinsam mit dem Flughafen, der Flugsicherung und der Fluglärmschutzkommission Zeit, einen Zwischenbericht vorlegen. Dann entscheidet sich, wie der neue Hamburger Lärmschutzplan umgesetzt wird. (mt)
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1 Kommentar
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Thomas Ewald aus Wandsbek | 03.09.2014 | 10:42  
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