Mehr Fluglärm und Staus

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Die Fotomontage zeigt das künftige Luftfrachtzentrum am Weg beim Jäger (rot markiert). Weil ein Tunnel vom Frachtzentrum aufs Rollfeld gebaut werden soll, muss die Straße zeitweise gesperrt werden
 
Flughafenchef Michael Eggenschwiler: 2013 war ein schwieriges Jahr für den Airport Hamburg Foto: Fuchs

Ursachen: Bau des Luftfrachtzentrums und Pistenwartung

Von Bert C. Biehl
Fuhlsbüttel/Langenhorn/Norderstedt. Mehr Fluglärm und Staus: Auf viele Anlieger des Flughafens kommen in diesem Jahr wieder Herausforderungen zu. Die Gründe: Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an den Start- und Landebahnen sowie der Neubau eines Luftfrachtzentrums am Weg beim Jäger.
Wie bereits berichtet, entsteht das Frachtzentrum bis Mitte 2015 auf dem jetzigen Holiday-Parkplatz P8, der daher ab 20. Januar gesperrt ist. Baubeginn ist im Frühjahr. Der Weg beim Jäger wird dabei untertunnelt, weshalb diese Flughafenumfahrung zeitweise gesperrt werden muss - Staus auf der Ortsumgehung Fuhlsbüttel drohen. Beim Bau wird zudem ein Kran eingesetzt, weshalb der Anflug aus Richtung Alsterdorf zeitweise auf andere Start- und Landebahnen umgelenkt werden muss.
Für wechselnde Belastungen sorgt auch die jährliche Wartung der Start- und Landebahnen. Dabei müssen unter anderem Markierungen und Befeuerung erneuert, Sielleitungen gespült und Gummiabrieb auf dem Asphalt beseitigt werden. Die Folge sind die wechselseitige In- und Außerbetriebnahme der Bahnen. Von Mitte bis Ende Juni wird die Bahn 05/23 von Langenhorn in Richtung Niendorf wochentags von 9 bis 16 Uhr außer Betrieb genommen. In dieser Zeit haben es die Menschen in beiden Stadtteilen mit weniger Fluglärm zu tun. Das kehrt sich um, wenn im September die Piste 15/33 (Alsterdorf/Norderstedt) gewartet wird. Für zwei Wochen werden dann die Flüge über die Bahn 05/23 abgewickelt.

2013 konnte der Flughafen Hamburg seinen Höhenflug nicht halten.
Statt eines neuen Rekordwertes bei den Passagierzahlen wie in den Vorjahren musste Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler jetzt einen leichten Rückgang vermelden. So ist die Zahl der Fluggäste im abgelaufenen Jahr um 1,4 Prozent auf 13,5 Millionen gesunken. Das waren im Durschnitt 37.000 am Tag.

Langer Winter

Dies habe mehrere Gründe, erklärt Eggenschwiler. „2013 war ein turbulentes Jahr für den Hamburg Airport“, sagt er. So mussten sieben Streik- und drei Sturmtage sowie ein langer, harter Winter zu Beginn des Jahres verkraftet werden. Hinzu kam die schwierige wirtschaftliche Entwicklung einiger Fluggesellschaften, die wie zum Beispiel Air Berlin ihr Streckennetz auf Kosten Hamburgs verkleinert hätten. Auch die deutsche Luftverkehrssteuer habe sich wieder negativ auf den Flugverkehr ausgewirkt. „Es kam zu einem deutlichen Rückgang der innerdeutschen Flugbewegungen. Dennoch konnten wir diese Herausforderungen des letzten Jahres gut meistern und ein zufriedenstellendes Ergebnis erreichen“, bilanziert Eggenschwiler. Positiv sei aus Sicht der lärmgeplagten Anwohner dagegen, dass die Zahl der Flugbewegungen sogar überproportional um 5,9 Prozent auf 143.802 startende und landende Maschinen, 394 am Tag, in 2013 zurückgegangen sei. „Damit liegt die Zahl der Starts und Landungen auf dem Niveau von 1994, als mit 7,7 Millionen noch deutlich weniger Passagiere gezählt werden konnten“, resümiert der Flughafenchef. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Passagiere pro Flug um 4,4 Prozent auf rund 105 Passagiere je Flieger gestiegen.

14-Millionen Marke

Im Jahr 2014 soll aber endlich die 14-Millionen-Marke geknackt werden, kündigt der Flughafen-Chef an. „Wir streben ein Plus von vier Prozent an. Wir können den Fluggästen eine noch größere Auswahl an Reisezielen und Fluggesellschaften bieten.“ Und auch die Billigflugangebote würden von Hamburg aus immer attraktiver. (bf)
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