Mehr Platz für Flüchtlinge in Hamburg

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Rechts im Bild – das „Rathaus“ der kleinen Dorfgemeinschaft. Hier können Sachspenden abgegeben werden. Parkmöglichkeiten sind vorhanden Fotos: Krause

Poppenbütteler Weg: Neue Häuser für 120 Menschen

Hamburg. Das Pavillondorf am Ring 3 ist um sechs neue Gebäude erweitert worden. Jüngst wurde das letzte fertig gestellt. 120 Flüchtlinge zogen neu ein. Lebten in den bislang acht Pavillons des mehr als 20 Jahre alten Flüchtlingsheims zunächst überwiegend wohnungslose Alleinstehende und männliche Asylbewerber, so sind hier nun sukzessiv auch Familien eingezogen.
Nun haben in Hummelsbüttel, in unmittelbarer Nähe zum Raakmoor, gut 310 Menschen eine vorübergehende Bleibe gefunden. „Bisher sind es Familien aus Syrien, die hier die zirka 60 Quadratmeter großen Dreizimmerwohnungen bezogen haben“, erklärt Beata Tomaszewski. Sie ist Unterkunftsmanagerin von „fördern und wohnen“ (f&w). Die Anstalt des öffentlichen Rechts betreibt außer der Anlage in Hummelsbüttel auch den Langenhorner Jugendpark und viele andere Einrichtungen der „Öffentlichen Unterbringung“ in Hamburg. „Durch die verkehrsgünstige Lage zum Markt ist Langenhorn und nicht Hummelsbüttel der Stadtteil, in den es unsere Bewohner zieht“, analysiert Tomaszewski. „In Langenhorn wird eingekauft, dort sind auch alle Ärzte angesiedelt.“

Gute Nachbarschaft

Matthias Winkel, verantwortlich für das Sozialmanagement in der Anlage am Ring 3, berichtet über das Miteinander „Wir pflegen ein gutes Nachbarschaftsverhältnis. Auch hier in unserem kleinen Dorf geht es harmonisch zu, wobei natürlich gelegentliche Spannungen nicht ausbleiben.“ Winkel und Tomaszewski sind stolz darauf, dass sich in der Wohnanlage bereits eine beachtliche Solidargemeinschaft entwickelt hat. „Hier werden Talente geweckt und gewürdigt, die anderenorts verschüttet und unentdeckt bleiben“ berichtet Matthias Winkel. Dennoch ist nicht alles Sonnenschein. „Ob Obdachlose oder Asylbewerber – allen fehlt es an vielen Dingen des täglichen Lebens. Handtücher, Bettwäsche, Winterbekleidung, Schuhe für Erwachsene und Kinder sowie Koch- und Tischgeschirr. Natürlich auch Spielzeug, wobei wir leider aus hygienischen Gründen bitten müssen, auf Kuscheltiere zu verzichten.“
Aktive Mithilfe in der Kleiderkammer wäre eine große Unterstützung. Denn die gespendeten Kleidungsstücke müssen gesichtet und nach Größen sortiert werden, bevor sie weitergereicht werden. Wünschenswert wären auch verstärkt soziale Kontakte in den Stadtteil hinein. Die Fußball-Weltmeisterschaft bietet da einen Steilpass. „ Am 21. Juni ist das Spiel Deutschland – Ghana. Bei uns im Gemeindesaal“, so Pfarrer Dietmar Wellenbrock von der katholischen Gemeinde am Tannenweg, „ist ‚public viewing‘. Klar, dass dann die Sportbegeisterten aus Ghana vom Poppenbütteler Weg zu uns eingeladen sind!“ (fjk)

Poppenbütteler Weg 3. Sachspendenannahme werktags von 8 – 15 Uhr. Bitte nur saubere, gebrauchsfähige Sachen. Hilfe in der Kleiderkammer gesucht: Tel.: 538 76 33
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