Nachbarn gegen Schulbau in Hamburg

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Auf dem Weg zu einer Schulidylle. So soll es einmal am Eberhofweg 75 aussehen. Doch zuvor werden Anwohner, Schüler und Lehrerschaft mit Beeintächtigungen leben müssen Repro: Rowold

Wertminderung der Grundstücke befürchtet

Hamburg Eingeweiht wurde sie am 9. März 1966 – so lange schon steht die katholische Grundschule „Katharina-von-Siena“ am Eberhofweg 75. Die durch staatliche Vorgaben veränderten Anforderungen an Schulräume – Stichwort GBS – haben den für 21 Schulen in Hamburg zuständigen Katholischen Schulverband bereits im Vorjahr gezwungen, durch den Einsatz von Containern auf dem Gelände der Schule zusätzlichen Raum zu schaffen. Schulkinder in Containern – allen Beteiligten war klar, dass eine gute und langfristige Lösung anders aussieht. „Wir haben zurzeit über 350 Schüler“ so Amelie Meyer-Marcotty, die Leiterin der Schule, „und sind dankbar, dass der Schulträger mit einer Investition von 3,5 Millionen Euro bereit ist, unsere Schule auf den Stand der Zeit zu bringen.“ Sylvia Rawalski, stellvertretende Leiterin der Schule ergänzt „Mit einem Zugewinn von über 800 m? beziehungsweise gut 27% werden wir unseren Schülern räumlich beste Voraussetzungen bieten können. Die Mittag-Verpflegung mit vor Ort gekochtem Essen ist mit Sicherheit ein weiterer Pluspunkt, den unsere Schule zukünftig bieten kann!“ Andreas Rowold, der mit der Planung und Bauausführung beauftragte Architekt, stellte den in der Pausenhalle versammelten Gästen die Pläne im Detail vor.

Bau in den Ferien

Dabei machte er klar, dass es in den Sommerferien um die Schule herum laut wird. „Wir werden nicht nur Teile des heutigen Gebäudes abbrechen, sondern auch das Haus des Hausmeisters muss abgerissen werden“ so der mit Schulbauten vertraute Fachmann „Die Bauarbeiten werden sich bis zum Ende der Sommerferien des Jahres 2015 hinziehen. Es wäre unlauter zu behaupten, dass es dabei immer ganz ruhig zugehen wird. Aber, der Schulbetrieb wird weitergehen!“ Naturgemäß fiel das Echo aus dem Auditorium recht unterschiedlich aus. Während sich die Eltern um Störungen im Unterricht und die Sicherheit ihrer Kinder sorgten, brachten die Anwohner andere Bedenken vor.
„Diese Veranstaltung kommt zu spät – wie steht es mit der zukünftigen Beschattung unserer Grundstücke, wie werden wir vor Lärm und Bauschmutz geschützt, werden die Kinder zukünftig direkt an unseren Grundstücksgrenzen agieren und damit Ruhe und Sauberkeit in unseren Gärten beeinträchtigen?“ war da zu hören. Sogar das Wort „Wertminderung“ machte nach fast fünfzigjähriger Nachbarschaft zur Schule die Runde. In unmittelbarer Schulnachbarschaft ein Dauerthema, und somit auch am Eberhofweg, war das Kurzzeitparkverhalten der Eltern und die Tatsache, dass auch die Autos der Lehrer Parkraum „verbrauchen“. Dem geschuldet war die Forderung, doch gleich eine Tiefgarage mit einzuplanen. Architekt Andreas Rowold stellte fest, dass so ein Vorhaben den finanziellen Rahmen deutlich sprengen würde. Ganz klar „Alle gesetzlichen Auflagen und Verordnungen werden eingehalten.“ Die Eltern waren damit zufrieden – bei den Anwohnern konnte hingegen die Skepsis nicht ausgeräumt werden. Die Baugenehmigung wird in Kürze erwartet. (fjk)
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