Nachbarn wollen helfen

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Thomas Ritzenhoff, Leiter des Bezirksamtes Wandsbek, diskutierte mit Anwohnern

Flüchtlinge in Schule Flughafenstraße

Langenhorn. „Ich danke Ihnen allen, dass Sie an einem Freitagabend gekommen sind“, begrüßte Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff die etwa 200 Anwohner in der Aula der Schule Ohkamp. Angesichts steigender Flüchtlingszahlen suchten die Bezirke händeringend Unterkünfte, so der SPD-Politiker. Eine kleine Gruppe Minderjähriger, die ohne Eltern nach Hamburg gekommen sind - 30 von ihnen aus Nord- und West-Afrika sowie Afghanistan, alle männlich und zwischen 14 und 17 Jahre alt - sollen in der Flughafenstraße untergebracht werden. Die ehemalige Grundschule in Hummelsbüttel steht seit Jahren leer. 
„Wichtig ist: Es bleibt bei 30 Jugendlichen, die Einrichtung ist auf zwei bis zweieinhalb Jahre befristet“, erklärte Bezirksamtsleiter Ritzenhoff. Danach werde die Schule in der Flughafenstraße abgerissen, nach einer Änderung des Bebauungsplanes sollen dort später ebenfalls dringend benötigte Wohnungen gebaut werden. Drei bis fünf Monate lang sollen die oft nach jahrelanger Flucht in Hamburg angekommenen Jugendlichen in Hummelsbüttel bleiben, sie lernen Deutsch und gehen zur Schule. Danach wechseln sie in andere Jugendhilfeeinrichtungen. „Im vergangenen Jahr haben wir 485 unbegleitete Minderjährige aufgenommen, 2005 waren es gerade einmal 20“, erläuterte Klaus-Dieter Müller vom zuständigen Landesbetrieb Erziehung und Beratung. „Die jungen Menschen haben Träume und wollen in Deutschland Fuß fassen“, so Müller weiter. Natürlich gebe es in den engen Unterkünften manchmal Reibereien, ergänzte sein Kollege Hans-Peter Steinhöfel und weiter: „Aber das sind tolle, motivierte und dankbare Menschen, zu Problemen in der Nachbarschaft kommt es erfahrungsgemäß nicht“.
Genau solche Befürchtungen, vor allem was möglichen Lärm angeht, wurden dann aber doch vom Publikum geäußert. Müller und Steinhöfel verwiesen auf die Betreuung der Jungen durch zwölf Pädagogen, die rund um die Uhr im Einsatz seien. „Wie können wir konkret helfen?“, fragte dann eine Frau unter dem Beifall des Publikums. Ein Runder Tisch soll eingerichtet werden, eine E-Mail-Liste für Interessierte ging in der Aula um. Und Bezirkschef Ritzenhoff versprach: „Sie können mich immer ansprechen, wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte.“ (rg)
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