„Nazi-Straßen“ entlarvt?

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UKE-Arzt Georg Ernst Konjetzny war Mitglied der NSDAP, SA und Fördermitglied der SS

Langenhorn: Ärzte unter Verdacht

Langenhorn. Auch 69 Jahre nach Ende der Nazi-Diktatur stoßen Forscher auf die braune Vergangenheit von Persönlichkeiten, die nach dem Krieg gefeiert wurden. Zum Teil wurden sogar Straßen nach ihnen benannt. Auch die Konjetznystraße ist ins Visier der Historiker geraten. Der Senat musste jetzt auf eine Anfrage der Bezirksfraktion der Grünen einräumen, dass der UKE-Arzt Georg Ernst Konjetzny nicht nur Mitglied der NSDAP, sondern auch diverser Nazi-Organisationen war. Dennoch wurde der Chirurg 1946 im Entnazifizierungsverfahren entlastet. 1961 wurde eine Straße nach ihm benannt. Die Grünen haben jetzt die Kulturbehörde aufgefordert zu prüfen, ob die Namensgebung noch sachgerecht ist oder die Straße umbenannt werden sollte. Über einen weiteren Namensgeber können sich die Langenhorner demnächst selbst ein Bild machen: Max Nonne. Nach dem Nervenarzt und Begründer der Neurologie am UKE wurde 1942 noch zu Lebzeiten eine Straße benannt. 1951 wurde er Ehrensenator der Universität Hamburg. Die Historikerin Dr. Johanna Meyer-Lenz will nun in einem Vortrag darlegen, dass Nonne ein Verfechter der Kindereuthanasie war. Zudem habe ein Gutachten von Nonne 1946 bewirkt, dass ein Arzt nicht wegen der Tötung von 56 Kindern verurteilt wurde, weil er „kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ begangen habe.

Vortrag Max Nonne, Fr., 24. Jan., 15-17 Uhr, St. Jürgen-Kirche, Eichenkamp 10
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