Neue Wanderrunde eröffnet

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Anne Ganter vom Amt Nachhaltiges Norderstedt steht vor einer Informationstafel, die Wanderern den Weg zur Wanderroute weisen soll Foto: wb

Norderstedt lädt Wanderer ein, Region zwischen Glasmoor und Tangstedter Forst zu erkunden

Norderstedt Die neu ausgewiesene Waderrunde zwischen den Mooren verbindet – stets im Grünen verlaufend – das Glasmoor, das Wittmoor und
den Tangstedter Forst im Nordosten Norderstedts. Lichtdurch­flutete Mischwälder, rare Hochmoorflächen und dunkel schimmernde Moorteiche lassen sich entlang der annähernd zehn Kilometer langen Route durch Norderstedt, Tangstedt und Hamburg-Duvenstedt entdecken. Und das zu jeder Jahreszeit, also auch jetzt im Winter.
Dabei führt der Weg auch über den gerade sanierten Moordamm mitten durch das Wittmoor. Zwei Übersichtstafeln an zentralen Einstiegspunkten der Wanderrunde entlang der Segeberger Chaussee informieren über die vielfältigen Naturräume für seltene Pflanzen und Tiere, die es hier zu entdecken gilt.
Grüne „Armwegweiser“ mit Entfernungsangaben und der gelbe Wanderpfeil weisen den Weg. Zur Rast stehen Bänke zur Verfügung.
Das Wittmoor und das Glasmoor sind Teil des europäischen Netzwerkes „Natura 2000“. Im Glasmoor liegt das derzeit größte zusammenhängende Hochmoor Schleswig-Holsteins. Das Moor wächst um einen Millimeter im Jahr nur sehr langsam in die Höhe. Durch Entwässerung und Torfabbau bis in die 60er-Jahre sind große Teile verschwunden. Seit der Wiedervernässung kann
zum Beispiel der Kranich sein Revier zwischen Torfmoosen, Wollgras und Sonnentau zurück erobern.

Über Jahrtausende entstandenes Moor


Das Wittmoor ist der Rest eines Regen- oder Hochmoores, das über Jahrtausende gewachsen ist. Torf wurde hier lange als Brennstoff abgebaut, von 1910 bis 1958 sogar maschinell. Seit 1981 steht das Wittmoor unter Naturschutz. Viele vom Aussterben bedrohte Tiere finden hier ihren Lebensraum, unter anderem über 300 Schmetterlingsarten, Libellen, Gras- und Moorfrösche, Eidechsen, Kreuzottern und sogar der Kammmolch. Seltene Vögel wie Bekassine und Pirol brüten ebenfalls hier. Moore, die nur drei Prozent der Erde bedecken, speichern viel CO2 im Torf, fast ein Drittel des erdgebundenen Kohlenstoffs und damit das Vierfache der Tropenwälder.
Die Wanderrunde zwischen den Mooren gehört zu einem System von insgesamt zehn Wanderwegen, die in diesem Jahr im Westen der Aktivregion Alsterland ausgewiesen wurden.Sechs Kommunen (Henstedt-Ulzburg, Itzstedt, Kisdorf, Tang-
stedt, Wakendorf II und Winsen), die Stadt Norderstedt und der Bezirk Hamburg-Wandsbek entwickelten gemeinsam eine einheitliche Weg­weisung, Rastangebote, Informationstafeln und eine Wanderkarte, um im Norden der Metropolregion Hamburg ein hochwertiges Wanderwegeangebot aus Halb- und Ganztagsrouten zu initiieren.
Mit einem Budget von rund 120.000 Euro konnten insgesamt knapp 100 Kilometer an abwechslungsreichen Wanderwegen durch besondere Natur­räume wie zum Beispiel die obere und mittlere Alsterniederung, den alten Forst Ender, entlang des Glas-, Witt-, Schlappen- oder auch des Nienwohlder Moors geschaffen werden.
Eine Wanderkarte mit der Darstellung aller zehn Wanderrouten und Hintergrundinformationen zu besonderen Sehenswürdigkeiten entlang der Wegstrecken ist kostenlos im Norderstedter Rathaus erhältlich.

Natur tut auch der Seele und dem Körper gut


Medizinische Untersuchungen belegen, dass durch das Eintauchen in die Natur das Immunsystem und das seelische Gleichgewicht gestärkt werden. Die Norderstedterinnen und Norderstedter sind aufgerufen, das kostenlose Angebot vor der eigenen Haustür zu nutzen und die Vielfalt der Norderstedter Naturräume auf der Wanderrunde zwischen den Mooren zu entdecken. (wb)
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